Die goldene Pforte dreier Erdteile
Um das moderne Ägypten des zwanzigsten Jahrhunderts, nicht um das Nilland, wie es vor vier Jahrtausenden in heiliger Bilderschrift geschildert ist, auch nicht um das mittelalterliche Zentrum mohammedanischer Hochkultur und kriegerischen Glaubensfanatismus — um „Britisch-Ägypten", wie es heute ist, handelt es sich in der großen Frage, ob Englands weitere Weltmachtentwicklung durch die Sieger im gewaltigen europäischen Ringen wirklich gehemmt oder nur vorübergehend gestört wird. Angstvoll mag manches Briten Auge von den steinernen Lippen der Sphinx des Rätsels Lösung ersehnen — vielleicht würde die Antwort lauten:
„Säulen britischer Weltmacht beginnen zu wanken, Neiget sich eine, so stürzen andere nach."
„Das Land der Paradoxen" nennt Lord Milner in seinem viel gelesenen Buche „England in Ägypten" (LnZIanä iQ LZ^vt, 1902) das Nilland, „das Land der Wunder, wie es schon im Altertum hieß, das Land des Unerwarteten und Grotesken" — es liegt viel Übertreibung in diesen Ausdrücken, denn das meiste von dem, was
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