Anlage 84.
Auszugsweise Abschrift zu IV. 1367. 15.
Königliches Amtsgericht.
Gegenwärtig: Landgerichtsrat Becht als Richter,
Protokollführer Hieber
als Gerichtsschreiber.
Melzheim, den 6. April 1915.
Es erschien die nachbeuannte Zeugin. Die Zeugin, mit dem Gegenstand der Untersuchung bekanntgemacht, wurde, wie folgt, vernommen:
Zcb heiße Amalie Beck, Welzheim, zur Zeit des Kriegsausbruchs in Victoria in Kamerun. Wir mußten der drohenden Beschießung wegen schon anfangs September nach Buea stückten Unsere Ausweisung aus Buea erfolgte durch den Uolitienl OMem- M-. Uovvl.
Aus dem kleinen, den Deutschen gekaperten Schiff >'Umi88a«, mit dem wir zur ins Kamerunbecken hinausgeführt wurden, waren die Männer im offenen Gepäckraum untergebracht, die Frauen auf Deck, ohne Sitzgelegenheit. Für die 20 bis 30 Frauen und eine Anzahl kleiner Kinder waren 3 kleine, überaus schmutzige Kabinen vorhanden.
Die Kabinen auf der waren teilweise über alle Maßen miserabel.
In 4 bis 5 Wochen keine Erneuerung der Wäsche, selbst nicht für die durch Infektion hautkrank gewordenen Kinder und Erwachsenen.
Die Abortverhältnisse waren bei uns schlecht. Oft stand das Wasser in den Aborträumen einige Zentimeter hoch Die 8t6>vurck8 verstopften oft absichtlich die Röhren, bis hohe Trinkgelder zusammengelegt wurden.
Die Waschgelegenheit in unserer Kabine durste nicht benutzt werden. Das unserem Teil des Schiffes zur Verfügung stehende Wasser war braun und dick und mußte auch so zur Reinigung der Wäsche benutzt werden.
Die Wegfnhrung von Buea fand morgens um 6 Uhr statt. Am andern Morgen wurden wir auf der »Hau889« eingeschifft. Während dieser ganzen Zeit und während der Fahrt, die bis 5 Uhr abends währte, wurde den Gefangenen weder Essen noch Trinken verabreicht. Die Männer erhielten auf der nach Dualität und
Quantität völlig ungenügende Kost. Manchmal war das Fleisch gut, in den meisten Fällen ungenießbar, hart und öfters verdorben. Die Kost der Frauen war ebenfalls ungenügend. Anfangs hungerten wir, bis sich der Magen an die geringeren Portionen gewöhnt hatte. Morgens gab es Haferbrei, Tee oder Kaffee ohne Milch, etwas Brot und Fisch/ Mittags eine braune Pfeffrige Brühe, Fleisch in derselben Art, wie die Männer es erhielten, brauner, schmutziger Reis, wie die Schwarzen sich geweigert hätten, ihn zu essen. Im Haferbrei und Reis waren Maden und Käfer. Die Kost wurde für die Frauen besser, je näher wir England kamen.
Einer der 8t6rvarä8 betrieb einen Handel mit Nahrungsmitteln, die er von für die Frauen bestimmten Vorräten nachgewiesen ermaßen entwendete und dann um teures Geld verkaufte. Schon in Buea sagten mir verschiedene Engländer, daß es mit Deutsch-