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Verhalten der englischen und der unter englischem Oberbefehl stehenden französischen Truppen gegen die weiße Bevölkerung der deutschen Schutzgebiete Kamerun und Togo / Reichs-Kolonialamt
Entstehung
Seite
217
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Anlage 78.

Auszugsweise Abschrift zu IV. 2382. 15.

Kaiserliches Gouvernement Kamerun. ^ au n de den 21 u>li ! S

Bericht Nr. 1597, Kr. Nr. 537 geheim. ^ ^ ''

Betreffend Ermordung Lehuing und Arms.

Die deutschen Kaufleute Lehning und Arms, die sich in privaten Angelegen' heilen aus dem Schutzgebiet nach Bata begeben wollten, wurden am 9. März morgens in dem Dorf Ayameken auf spanischen: Gebiet nahe der deutschen Grenze ermordet. Nach verlässigen Feststellungen handelt es sich um die Tat von englischer- und franzö- sischerseits gedungenen Meuchelmördern. Ausgangspunkt der Tat ist Campo, das seit Anfang Februar erneut von englischen und französischen Truppen besetzt ist. Diese liegen teils in einem auf der Dipikarpflanzung errichteten befestigten Lager, teils auf einem Flußdampfer vor der Insel Dipik. Den feindlichen Streitkräften war es bis dahin nicht gelungen, weiter flußaufwärts auf deutscher Seite festen Fuß zu fassen. Sie versuchten daher durch Streifwachen und Posten, die sie auf dem spanischen Fluß­ufer vorschickten, das dort spanischerseits bis dahin nicht geschützt war, die Bewegungen unserer Truppen auf deutschem Gebiet zu beobachten und zu stören.

Vier solche englische farbige Soldaten sind, nachdem sie ihre Uniform abgelegt hatten, in Begleitung von sechs anderen Eingeborenen, die englischer- und französischer- seits zum Soldatendienst gepreßt, mit Waffen versehen und im Schießen unterwiesen waren, von dem vor Dipikar im Campostuß gelegenen Flußdampfer aus auf dem spanischen Ufer des Eampostusies mit dem Auftrag vorgeschickt worden, deutsche Staats­angehörige aufzulauern und sie zu ermorden. Die so gedungenen Mörder nahmen ihren Weg über Milong, wo sie den Bewohnern von ihrer Absicht erzählten und sich von dort nach Ayameken begaben. Lehrnng und Arms hatten am 8. März auf ihrem Wege nach Bata in diesem Orte Lager aufgeschlagen. Am Morgen wurde Lehning, der vor seinen: Zelt saß und schrieb, von den Mördern, die ihm Nahrungsmittel zum Kauf anboten, umdrängt, plötzlich von hinten umfaßt und nach der Mitte des Oorf- Platzes geschleppt. Zur gleichen Zeit wurde am anderen Ende des Dorfes der vor

seiner Hütte sitzende Arms überwältigt und nach dem gleichen Platze geschleppt. Beide wurden dann gefesselt niedergeschossen, ihnen je die linke Hand und die Ohren abge- hauen. Mit diesen Beweisstücken ihrer Tat und dem geraubten Gepäck begaben sich die Mörder an Bord des vor Dipikar liegenden englischen Fahrzeuges zurück, um den ausgesetzten Lohn dort zu empfangen.

Die Leichen wurden von den spanischen Eingeborenen beerdigt. Am Ort der Tat wurden von den spanischen Polizeiorganen, die zur Untersuchung des Vorfalls er­schienen, englische Patronenhülsen gefunden. Durch den Vorfall war die Verbindung mit Bata auf mehrere Wochen unterbrochen.

gez, Ebennaier.