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Verhalten der englischen und der unter englischem Oberbefehl stehenden französischen Truppen gegen die weiße Bevölkerung der deutschen Schutzgebiete Kamerun und Togo / Reichs-Kolonialamt
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Anlage 67.

Auszugsweise Abschrift zu IV. 2406. 15.

Königliches Amtsgericht Künzelsau.

Anwesend:

Oberamtsrichter Buri,

Protokollführerin Hengst ler.

Geschehen am 2. September 1915.

Es wird der ladungsgemäß erschienene Johannes Köugeter nach vorausgegangener Eidesbelchrung und Verwarnung vor Meineid vernommen, wie folgt:

Ich heiße Johannes Köngeter, Crispenhofen, O-A. Künzelsau als Pfarrver- Weser, Missionar der Basler Mission. Zur Zeit der Kriegserklärung war ich in Iabassi, Deutsch-Kamerun. Ich verweise auf meinen, den Akten beiliegenden schriftlichen Bericht, den ich heute unterzeichnet und zur Durchsicht vorgelegt erhalten habe, und welcher durchaus der Wahrheit entspricht.

* Vorgelesen genehmigt unterschrieben.

gez. Ioh. Köngeter,

- Missionar.

Köngeter wurde auf seine Angaben vorschriftsmäßig vereidigt.

Zur Beurkundung.

gez. Vun, gez. Hengstler,

Oberamtsrichter. Protokollführerin.

Meine Gefangennahme und Erlebnisse als Kriegsgefangener.

Am Sonntag, den 27. September, abends, verbreitete sich in Iabassi durch Flücht­linge aus Duala die Kunde, daß Duala den Engländern übergeben worden sei. In Iabassi, das nur zehn Stunden von Duala flußaufwärts liegt, rechnete man damit, daß die Engländer zweifellos bald mit ihren Truppen dorthin kommen würden.

Erst am 14. Oktober kamen die Engländer wieder, um Iabassi aufs neue zu bombardieren. Als wir von ihrem Kommen hörten, gingen wir ihnen entgegen, be­grüßten die Offiziere und stellten uns unter ihren Schutz. Diese versicherten uns, daß sie nicht gegen Mission und Kaufleute kämpften, sondern gegen die Regierung. Auf Wunsch reichten wir ihnen Erfrischung, stellten ihnen auch ein Bett zur Verfügung, als ein vom Sonnenstich befallener höherer Offizier herangetragen wurde.

Die Herren unter uns, welche Revolver und Gewehre hatten, legten dieselben auf Aufforderung hin, zu den Füßen der englischen Offiziere.

Als die englischen Truppen herangekommen waren, wurde das Missionshaus so­fort von Soldaten umstellt und drei Maschinengewehre vor dem Hause bereitgemacht. Wie wir waren, zum Teil ohne Tropenhelm und in Hausschuhen, traten wir heraus. Gegen unser Erwarten wurden wir sofort von Soldaten umstellt mit aufgepflanztem Seitengewehr und nach der Negierungsstation abtransportiert. Vor Abmarsch fragten wir noch einen Offizier, ob wir nochmals zur Missionsstation zurückkämen wegen unseres Gepäcks. Er bejahte das. Zugleich forderte er von mir den Schlüssel zum Proviant- störe, die übrigen Zimmer des Hauses waren alle unverschlossen. Auf der Negierungs-