Anlage Z1.
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Auszugsweise Abschrift zu IX^. 205.
Amtsgericht.
Abteilung für Requisitionen in Strafsachen. 244 .
Gegenwärtig:
Amtsrichter Keuneke als Richter,
Gerichtsschreiber Sau necke als Gerichtsschreiber.
.Hamburg, den 15. Oktober 1915.
Es erschien aus Ladung der Zeuge Usarski, derselbe erklärte zur Person: Carl Albert Wilhelm Usarski, Hamburg, Gr. Allee 51, Staatsangehörigkeit Preußen, geboren 1. Mai 1854 zu Treptow a. d. Rega, verheiratet, Maschinist. . . .
Sodann zur Sache: Ich befand mich zur Zeit der Kriegserklärung in Duala, woselbst ich als technischer Leiter der Woermann-Linie daselbst angestellt war. Ich wohnte seit etwa 30 Jahren in der Kolonie Kamerun. .. .
Am 28. September 1914 wurde ich durch einen englischen Sergeanten und verschiedene schwarze Soldaten abgeholt und zum Gouvernement geführt. Die Mitnahme irgendwelcher Sachen wurde mir nicht gestattet. Im Gouvernement waren bereits alle Deutschen versammelt und wir wurden, ohne daß uns gestattet worden wäre, noch einmal in unsere Wohnung zu gehen, an Bord eines Küstendampfers gebracht. Dieser Küstendampfer fuhr noch abends über die Barre, und wir wurden am 29. September auf die »Llniina« überführt. Wir waren etwa 400 Deutsche, Männer, Frauen und Kinder. An Bord der »sslinlim« haben wir während der ganzen Fahrt, die über drei Tage dauerte, aus Deck und in dem eisernen Zwischendeck ohne irgendwelche Bequemlichkeiten leben müssen. Es waren keine Kojen und keinerlei Bettzeug vorhanden. Die Verpflegung . . . war in Menge und Güte ungenügend. . . .
In Lagos wurden wir in das Gefängnis gebracht. Die meisten kamen in Einzelzellen. . . . Die Verpflegung bestand wieder im wesentlichen aus zusammengekochtem Gefrierfleisch und Iams. . . .
In Ibadan war die Verpflegung wohl die schlechteste, die ich in der ganzen Feit erhalten habe.
Die uns bewachenden Europäer waren zumeist des Abends betrunken. Am 18. November kam ich mit zahlreichen Deutschen auf den Dampfer »^La88L«.
An Bord der »Hru88u« waren im Zwischendeck und in den Laderäumen für uns provisorisch Kojen, je zwei übereinander, eingebaut. In jeder Koje war ein Strohsack und 3 Decken. Die Verpflegung wurde in nrrtmrn geliefert. An Deck war ein Küchen- ofen aufgestellt worden, auf dem wir unser Essen, so gut es ging, zubereiteten. Trink- und Waschwasser war oft sehr wenig vorhanden. Es wurde in der Maschine destilliert, die häufig versagte.
Die Abortanlagen bestanden in Ausbauten am Vor- und Hinterdeck. In der Biscaya schlug das Wetter diese Vorrichtungen ab, worauf sie nicht erneuert wurden. Wir mußten unsere Bedürfnisse danach in einem nmgelegten Schiffsboot verrichten. . . .