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Verhalten der englischen und der unter englischem Oberbefehl stehenden französischen Truppen gegen die weiße Bevölkerung der deutschen Schutzgebiete Kamerun und Togo / Reichs-Kolonialamt
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Anlage 23.

Auszugsweise Abschrift zu IV. 1158. 15.

Königliches Amtsgericht.

Gegenwärtig: . Meppen, den iw. März I9Ii>

Amtsgerichtsrat Nompe als Richter,

Gerichtssekretär Nother

als Gerichtsschreiber.

Es erschien die uachbenaunte Zeugin. Die Zeugin, mit dem Gegenstände ihrer Vernehmung bekannt gemacht und auf die Bedeutung des Eides hingewiesen, wurde wie folgt vernommen:

Zur Person: Ich heiße Käthe Drosten, geb. Meiners, ich wohne jetzt in Meppen, Schützenstraße 18, zur Zeit der Kriegserklärung wohnten mein Mann und ich in Duala.

Zur Sache: Nachdem am Sonntag den 26 September 1914 Duala an die Engländer übergeben war, begab ich mich am 27. September nach Deido, um meinen dort fieberkrank liegenden Mann zu besuchen. Als ich noch an demselben Tage in mein Haus zurückkam, um für meinen Mann Wäsche zu holen, erfuhr ich, daß eine Anzahl deutscher Männer und Frauen wäbrend meiner Abwesenheit auf einem Dampfer nach den französischen Kolonien abgeführt sei Mein schwarzer Diener kam mir entgegen und sagte, unsere ganze Wäsche sei von schwarzen Soldaten gestohlen.

Im Hospital wurden wir mit etwa 200 anderen deutschen Frauen und Männern in die obere Etage gebracht. Es wurde uns verboten, die Etage zu verlassen, und wir wurden auch von allem Verkehr mit der Außenwelt abgeschnitten, nicht einmal unsere Diener hatten Zutritt zu uns. Auf der Treppe und vor allen Türen des Hauses standen Soldaten Wache. Da ich gar keine Sachen bei mir hatte, gestattete mir ein

englischer Arzt, mit ihm nach unserer Wohnung zu fahren, um mir Wäsche zu holen. Proviant sollte in der Wohnung zurückbleiben für die Engländer Hier fand ich nur noch zwei Weiße Hosen und ein weißes Iakett meines Mannes vor. Sonst war unsere ganze Wohnung ausgeräumt, englische Soldaten hatten das Haus besetzt und wollten mich erst gar nicht durchtasten. In dem Hospital mußten wir ohne Unterlage auf dem Fußboden schlafen oder auf Tischen.

Nachdem mein Mann und ich eine Nacht in dem Hospital gewesen waren, wurden wir am folgenden Tage mit sämtlichen übrigen Deutschen auf den Dampfer »Uatliurst^ gebracht, der einen Tag vor Duala liegen blieb und am folgenden Tage nach Lagos fuhr. Die Fahrt dauerte etwa vier oder fünf Tage. In Lagos blieben wir etwa neun oder zehn Tage liegen, dann wurde ein Teil der Deutschen in Lagos gelandet, ein Teil die Mehrzahl blieb auf dem Dampfer »LutUui'st« zurück, und ich kam mit meinem Manne und noch drei anderen Männern und zehn Frauen und zwei Kindern auf den Dampfer der uns nach Accra brachte. Die Fahrt dauerte Tag und

Nacht. Unterwegs erkrankte ich an Malaria. Infolgedessen kam ich in Accra fünf Tage in das Hospital und in ärztliche Behandlung. Während die Männer in Accra zurückblieben und dort mit anderen deutschen Männern in einer technischen Schule