Anlage 20.
Anszuasweise Abschrift zu IV. 1823. 15.
Königliches Amtsgerichte
Gegenwärtig: Gerichtsassessor Dr. Hesse als Richter,
Iustizanwärter Vogel ..
als Gerichtsschreiber.
Limburg, den 22. Juni 1915.
Es erschien der Pallotinerbruder Hoffmann und erklärt:
Zur Person: Bernhard Hoffmann, Limburg a. d. Lahn, Pallotinerkloster,Preuße, 20. April 1873 zu Esbeck bei Lippstadt. Ledig. Pallotinerbruder.
Zur Sache: Zur Zeit der Kriegserklärung war ich in Kamerun etwa seit 1909 bis 16. Oktober 1914. Wohnung im eigenen Hause (Missionshaus) in Duala.
Ich wurde am 28. September verhaftet und am 16. Oktober nach der Insel Fernando Po wegtransportiert, nachdem ich vorübergehend wieder freigelassen worden war. Von dem beabsichtigten Abtransport war ich vorher nicht in Kenntnis gesetzt. Der Abtransport erfolgte auf Anordnung des englischen Generals vodell. Während meiner Gefangenschaft wurde ich teilweise im Missionsgebäude teilweise auf einem gestrandeten deutschen Dampfer wiederholt mißhandelt, und zwar durch Stöße mit dem Gewehrkolben durch schwarze Soldaten. Auch bin ich von weißen Unteroffizieren und Soldaten beschimpft worden. Beispielsweise mit dem Wort »Deutsches Schwein«.
Die Verpflegung während der Verhaftung war sehr schlecht. Man gab uns nur Schiffszwieback und schmutziges Wasser.
Unser Missionshaus, insbesondere die Wohnungen der Schwestern, wurden ausgeraubt. Es wurde alles hinweggeschlcppt oder zertrümmert, selbst Fenster und Türen j Schulbänke wurden als Brennmaterial verwandt.
Meine ganze Habe ist dem Raube zum Opfer gefallen. Es war uns verboten, irgend etwas mitzunehmen, so daß ich nur die Kleider, die ich auf dem Leibe hatte, aber keinen Pfennig bares Geld in Sicherheit bringen konnte.
Wie mir, so ist es sämtlichem Personal der Missionsstation Duala ergangen. Die gedachten Beschädigungen sind durch schwarze und weiße, englische und französische Soldaten verübt worden. Ich habe beobachtet, daß die deutsche Besatzung von Duala
genau, so wie wir, durch Kolbenstöße körperlich mißhandelt wurde.
Sammellager: Basier Missionshandlung und der deutsche Dampfer »Kamerun«.
Schlafgelegenheit fehlte überhaupt, kein Bett, kein Stroh, keine Decke, kein Kiffen.
Ein Abort fehlte in den Räumen des Missionshauses. Alle Bedürfnisse mußten in der Öffentlichkeit verrichtet werden. Auf dem Dampfer waren Aborte, aber beschmutzte.
Waschgelegenheit fehlte gänzlich. Auf dem Dampfer haben wir uns nur einmal gewaschen, als wir Regenwasser auffangen konnten.
Die Verpflegung bestand in schmutzigem Wasser, Schiffszwieback, und auf dem Dampfer gab es Büchsenfleisch. Die Verpflegung war ungenügend, sowohl was die Menge angeht als auch die Zubereitung.