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Verhalten der englischen und der unter englischem Oberbefehl stehenden französischen Truppen gegen die weiße Bevölkerung der deutschen Schutzgebiete Kamerun und Togo / Reichs-Kolonialamt
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Anlage 16.

Auszugsweise Abschrift zu V. IV. 602. 15.

Kriegsministenum.

Militüruntersuchungsstclle für Verletzungen Berlin, de>1 6 . Februar 1915.

des Kriegsrechts.

Gegenwärtig:

1. Kriegsgerichtsrat I)i-. Linde

als Vorsitzender,

2. Kalkulator Scholz

als Gerichlsschreiber.

Es erschien der Generaloberarzt a. D. und Regierungsarzt I)r. uiell. Waldow und erklärte, nachdem er auf die Bedeutung des zu leistenden Eides hingewiesen war:

Zur Person: Ich heiße .Hans Friedrich Karl Franz Waldow, bin 44 Jahre alt, evangelisch.

Zur Sache: Seit 10 Jahren wirke ich in der Kolonie Kamerun als Re­gierungsarzt.

Trotz unserer Anzeige beim englischen Oberbefehlshaber, daß wir eine Sanitäts­anstalt des Roten Kreuzes darstellten, wurden die 12 vom Kommandeur der Schutz­truppe befohlenen Krankenträger, welche aus den Besatzungen der im Hafen liegenden Schiffe entnommen waren und Armbinden mit dem roten Kreuz besaßen, in Gefangen­schaft abgeführt. Es geschah das etwa am 29. September 1914 mittags.

Ferner sind die vielen Europäer und Europäerinnen, welche sich in den Dienst der freiwilligen Krankenpflege im Kriege in Duala gestellt hatten, unterschiedslos in die Gefangenschaft abgeführt worden, wobei nicht einmal für die einfachsten Bedürf­nisse des- Europäers gesorgt wurde und wobei sie ständig von schwarzen Soldaten bewacht wurden.

Ich sah mit eigenen Augen am 28. September nachmittags, wie etwa 200 bis 300 Deutsche und deutsche Frauen, zum Teil mit kleinen Kindern, das jüngste 3 Wochen alt, in dem Garten vor dem Regierungskrankenhaus in Bellstadt standen. Unter den Frauen befanden sich mehrere, die in anderen Umständen waren. Diese Frauen und Männer waren unter dem Vorwand, sie sollten nur ihre Namen aufschreiben lassen, durch farbige Soldaten aus ihren Häusern geholt worden. Nur wenige hatten Zeit und Gelegenheit gefunden, sich noch einen Koffer mit dem Notwendigsten mitzunebmen. Die meisten waren gekommen, so wie sie gingen und standen, und wurden nun durch eine Kette von Haussasoldaten mit aufgepflanztem Bajonett verhindert, den Platz zu verlassen.

Auch Oberstabsarzt Professor vr. Werner, der am Morgen die Anzeige über unser Lazarett an den englischen Oberbefehlshaber überbracht hatte, wurde festgehalten. Er schilderte mir später die Unterbringung und Verpflegung während dieser Gefangen­schaft als ganz unerhört schlecht, am empörendsten aber die nächtliche Durchsuchung, welche an Bord des Dampfers stattfand. Alle mußten um 1 Uhr nachts in den Gepäckraum des Dampfers »VatliEt« gehen, wurden dann am Leibe betastet auf Geld oder Waffen, mußten die Koffer ausschließen und alles Geld hergeben, was den Betrag von 100 Mark überstieg. Quittungen wurden nicht erteilt. Nur Professor Werner