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Anlage 12.
Auszugsweise Abschrift zu IV. 2166.14.
Gegenwärtig:
1. Oberleutnant Kauter
als Gerichtsoffizier,
2. Unteroffizier Schlingmann
als Militärgerichtsschreiber.
Vorgeladen erscheint der Pater Ludwig Metes, z. Zt. im Missionshaus der Pallottiner, hier, und erklärt, mit dem Gegenstände seiner Vernehmung bekannt gemacht sowie auf die Wichtigkeit und Heiligkeit des zu leistenden Eides verwiesen, folgendes:
Zur Person: Ich heiße Ludwig Metes, bin 47 Jahre alt, katholischen Glaubens, Missionspater, wohne z. Zt. im Missionshaus der Pallottiner in Limburg.
Zur Sache: Die in Duala anwesenden Engländer wurden zuerst in ihrer Bewegungsfreiheit wenig gehindert, sie konnten täglich von 0 Uhr früh bis 6 Uhr- abends in ihre Geschäfte gehen/ nachts wurden sie in einem Hause in Bona-Ku untergebracht, an die Verteidigungsstellen durften sie nicht heran. Erst nachdem sich herausstellte, daß sie die Dualaleute gegen die Deutschen aufhetzten, wurden sie auf einem Woermanndampfer interniert/ selbst bin ich auf diesem Dampfer gewesen.
Am 28. September vormittags wurde eine große Anzahl englischer und französischer Kolonialtruppen gelandet und begann auch gleich darauf die Plünderung der Faktoreien. Am 28. September mittags wurde ick init meinen Leuten nach dem Hospital bestellt, woselbst unsere Personalien festgestellt werden sollten.
Das Hospital durfte aber niemand mehr verlassen. Gegen 9 Uhr kamen ein englischer und ein französischer Offizier, von denen der letztere uns sämtlich als kriegs- gefangen bezeichnete. Auf die Reklamation von mir und den Agenten der verschiedenen Jirmen wurden wir von den übrigeil Gefangenen getrennt aufgestellt und uns bedeutet, am nächsten Tage würden uns Pässe ausgehändigt und wir könnten dann nach unseren Häusern gehen, die Nacht über mußte» wir im Hospital bleiben. Es ließ sich an, nächsten Tage niemand sehen, es kamen immer mehr Gefangene hinzu/ zu essen und zu trinken gab es nichts, keine Lagerstätte und keine Waschgelegenheit.
Am 90. September vormittags 10 Uhr machte uns ein englischer Beamter bekannt, daß wir um 12 Uhr abtransportiert würden, was dann auch geschah/ jeder mußte dabei etwas tragen und unter Spott und Hohn der Dualaleute wurden wir unter strömendem Regen nach dem Transportdampfer »kullnu-st» gebracht.
Vorgelesen genehmigt unterschrieben, gez. P. Ludwig Mekes, P. S. St
Hierauf wurde der Pater Mekes vereidigt.
gez. Kauter,
Geschehen wie oben.
gez. Schlingmann,
Oberleutnant und Gcrichtsvffizier.
fizier. Unteroffizier und MilitärAerichtsschreiber.