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Verhalten der englischen und der unter englischem Oberbefehl stehenden französischen Truppen gegen die weiße Bevölkerung der deutschen Schutzgebiete Kamerun und Togo / Reichs-Kolonialamt
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8. Im Hause des stellvertretenden Gouverneurs von Togo wurden die Fenster eingeschlagen und Sachen gestohlen, obwohl der englische Bezirksamtmann Renten?, der eine Zeitlang in diesem Hause wohnte, sich verpflichtet hatte, dafür zu sorgen, daß nichts angetastet würde (Togo, Aul. 2).

9. Materialienvcrwalter Dehn, der sich als Gefangener an Bord des auf der Reede in Lome liegenden Transportschiffes »Obu98i« befand, hatte sich dorthin eine Kiste Zigarren bringen lassen. Der englische Hauptmann Ooodrvenn nahm sie ihm mit den Worten weg, er brauche nickt zu rauchen (Togo, Anl. 8).

8. Kamina-Atakpame-Lome.

1. Nach der Übergabe der Funkenstation Kamina am 27. August 1914 haben die französischen Senegalschützen dort unter den Augen ihrer Offiziere Langstühle, Stiefel, Wäsche, Zaumzeug, Bier, Mineralwasser, ganze Koffer weggeschleppt (Togo, Anl. 8, 11).

2. Nachdem bei dem am 30. August von Atakpame nach Lome abgehenden Gefangenentransport sämtliche Feldbetten aus dem Bahnzug hatten wieder ausgeladen werden müssen, fielen die Senegalesen über sie her und nahmen sie unter den Augen der französischen und englischen Offiziere an sich (Togo, Anl. 5b).

3. Vor der Abfahrt der deutschen Gefangenen von Atakpame nach Lome wurde ihnen sämtlicher Proviant ohne Bezahlung weggenommen, ebenso wurden die ihren ein­geborenen Dienern gehörenden Fahrräder entwendet (Togo, Anl. 8).

4. Die Deutschen wurden gruppenweise bei glühendem Sonnenschein unter Bewachung schwarzer Soldaten als Kriegsgefangene zu Fuß von Kamina nach Atakpame abgeführt. Unter ihnen befanden sich der stellvertretende Gouverneur, Militärärzte, die unter Ver­letzung der Genfer Konvention festgenommen waren, und sogar Frauen. Die Gefangenen mußten auf diesem Marsche zum Teil ihr Gepäck selbst tragen. Der Nest des Gepäcks war auf einen Lastwagen verpackt, den Deutsche unter dem Hohngelächter der Schwarzen zu ziehen gezwungen wurden. Auch mehrere mit Gepäck beladene Feldbahnwagen mußten von Deutschen nach Atakpame geschoben werden, wobei die Gefangenen von schwarzen Engländern bewacht und angetrieben wurden (Togo, Anl. 5 b, 6, 8, 9, 11).

5. In Atakpame wurden die Gefangenen, Männer und Frauen, getrennt in Faktoreien und Eingcborenenhäusern untergebracht und von schwarzen Soldaten streng bewacht. Frauen mußten auf Matratzen ohne Moskitnonetze auf dem Boden liegen, deutsche Offiziere Wurden längere Zeit in einem fensterlosen Raume unter schwarzer Bewachung eingeschlossen (Togo, Anl. 8, 9, 11).

6. Der stellvertretende Gouverneur von Togo mußte, nachdem er von Kamina nach Atakpame marschiert war, von dort zu Fuß nach Kamina zurückgehen und sodann längere Zeit in der Tropensonne stehen und warten (Togo, Anl. 8).

7. Von Atakpame wurden die Kaufleute, die dort ihrer friedlichen Beschäftigung nachgingen, mit ihren Frauen von geringen Ausnahmen abgesehen als Kriegs­gefangene weggeführt (Togo, Anl. 8).

8. Männer und Frauen wurden in Atakpame gezwungen, ihr Ehrenwort zu geben, daß sie nichts gegen die verbündeten Feinde unternehmen würden. Für den Weigerungsfall war ihnen schlechte Behandlung angedroht. Einer der Gefangenen, der das Ehrenwort verweigerte, wurde gefesselt abgeführt (Togo, Anl. 8).

9. Die Gefangenen, die am 29. August 1914 von Atakpame nach Lome mit der Bahn abfuhren, waren 3 Tage unterwegs, ohne daß von den Engländern für