Druckschrift 
Neue Wege der deutschen Kolonialpolitik nach dem Kriege / von E. A. Fabarius
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Gewidmet dem Andenken meines lieben, treuen Sohnes Heinrich, der im Heldentod für Kaiser und Reich zur Wehr seiner geliebten deutschen Heimat, im Osten gefallen ist.

»

Viel Neues, Großes und Ernstes hat uns dieser opferreiche, heilige Krieg gelehrt. Mit Recht ist von Anfang an darum die Losung des Volkes gewesen:Umlernen!". Ja, um­lernen mußten und müssen wir vielfach in sozialer, wirtschaft­licher und politischer Beziehung. Denn nach der vorigen Ver­bitterung kleinlicher Kämpfe und Gegensätze innerhalb des sozial zerrissenen und zerklüfteten Volkes erhob uns der Krieg zu der edlen Gemeinschaft einer gewaltigen Opferwilligkeit aller Kreise ohne Unterschied des Standes, Berufes, Bekenntnisses und Besitzes. Da, wo vordem Genußsucht und Begehrlichkeit, Verschwendung, Putzsucht, Essen und Trinken, ja, Fressen und Saufen der Hauptzweck des Lebens von Millionen Volks­genossen zu sein schien, da ist verständiges Haushalten, Sparen und Sicheinschränken zur willigen Lebensregel ge­worden. Wie schnell hat man mit Brotmarken, fett- und fleisch­losen Tagen umgelernt und wie überraschend ist unser Vater­land, der zweitgrößte Weltwirtschaftsstaat, zu einem in sich geschlossenen, sich selbst genügenden, sich selbst befriedigenden geschlossenen Wirtschaftsstaate" geworden. War aber vor dem Kriege widerwärtige Kirchturmspolitik, kleinliche Staats­auffassung, Verärgerung, Parteinörgelei und Sonderbündelei für weite, weite Kreise das fast allein maßgebende Kennzeichen ihrer deutschen Art, wie sind wir da mit Kriegsbeginn über uns selbst hinausgehoben, haben an echtem National- und Staatsbewußtsein uns wieder erhoben und stark fühlen gelernt.

So ist in der Tat das WortUmlernen" zum Wahrzeichen der deutschen Volksstimmung im Kriege geworden. Freilich.,