Teil eines Werkes 
Bd. 4 (1901) Die Kolonialpolitik Frankreichs : von den Anfängen bis zur Gegenwart / von Alfred Zimmermann
Entstehung
Seite
412
Einzelbild herunterladen
 

412

Handel.

Bahnnetz herzustellen. 400 irm sind im Bau, 540 weitere werden vorbereitet. Besonderen Vortheil verspricht man sich von einer Linie Lao Kay am rothen Flusse nach Amman, weil dadurch China dem Handel in größerem Maßstabe geöffnet würde. Die Ent­wickelung des Handels Jndochinas, wie sie nachstehende Tabelle zeigt, scheint dafür zu zeugen, daß Frankreichs Politik den Be-

dürfnissen der

Kolonie entspricht.

Einfuhr

Ausfuhr

1883 .

. . 21 324 400 Francs,

20 649 400 Francs,

1885

. . 108 725 500

85 461 200

1890 .

. . 60 218 500

56 995 100

1895 .

. . 89 018 500

96 296 100

1898 .

. . 102 444 300

127 510 900

1899 .

. . 115 424 500

140 137 200

Fünftes Kapitel.

Der französische Besitz in Gzeanien.

In der Südsee hat sich Neu-Kaledonien allmählich zum Haupttheile des Französischen Besitzes entwickelt. Die mit ihrem Zubehör etwa 20000 große Insel ist von etwa 62700 Menschen bewohnt. Die freie weiße Bevölkerung zählte 1898 etwa 10700 Seelen, darunter 1231 Soldaten. Für den heutigen Zustand dieser Kolonie ist die französische Deportations-Gesetzgebung bestimmend gewesen. 1873 wurden die bei den Ereignissen der Kommune betheiligt ge­wesenen Personen hierher geschafft, im Ganzen 3000 Männer und 450 Frauen und Kinder. Ihnen folgten nach der 1874 erfolgten Schließung des letzten französischen Bagnos zahlreiche gemeine Ver­brecher. Während die Kommunards 1880 amnestirt wurden und bis auf wenige Familien die Insel wieder verlassen haben, müssen die wegen gewöhnlicher Verbrechen Deportirten für immer dort bleiben, wenn sie für mehr als 8 Jahre verurtheilt sind, sonst ebenso lange, als ihre Strafzeit gedauert hat. Damit ist der Bevölkerung und der Entwickelung der Kolonie ein bestimmtes, wenig erfreuliches Gepräge gegeben. Die Sträflinge kommen zunächst in das Central-