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Die Expedition nach Aegppten.
der Lage, so drängte er den leitenden Kommissar zur Abreise. Als er zögerte, setzte er ihn schließlich 1797 mit Gewalt auf ein Schiff.
Fünftes Kapitel. *
Napoleon und die Aolonien.
In Frankreich schenkte man damals diesen Vorgängen wenig mehr Beachtung. Der Seehandel war doch durch England größten- theils lahmgelegt und die Verbindung mit den Kolonien sehr schwierig. Man war zufrieden, wenn man nur ihren Besitz für bessere Zeiten wahren konnte. Vor der Hand benutzte man sie als Verbannungsort für gestürzte und mißliebig gewordene Politiker. Nicht weniger als 600 wurden 1797/98 nach Guyane deportirt! Mehr Aufmerksamkeit widmete man dem Plane einer großen Expedition nach Aegypten. Durch Besetzung der Straße zum Rothen Meere hoffte man Englands Stellung im Mittelmeer einen tödlichen Stoß zu versetzen und zugleich einem neuen größeren Unternehmen gegen Indien die Wege zu ebnen. Behauptete sich dort doch noch immer Tippoo Sultan, unterstützt von französischen Offizieren, gegen die Engländer und schmiedete neue Angrisfspläne gegen sie. Der erfolgreichste General der Republik, Napoleon, übernahm selbst die Führung der Expedition, welche schon 1796 vom französischen Konsul in Alexandrien dringend empfohlen worden war.
Ohne die Ueberlegenheit der britischen Seemacht, welche nach der Zerstörung der spanischen Flotte bei St. Vincent 1797 im folgenden Jahre Napoleons Flotte an der Nilmüudung vernichtete, hätte das ägyptische Unternehmen verhängnißvoll für England werden können. Glückte es doch Napoleon in raschen Schlägen Malta wegzunehmen, Aegyptens Herr zu werden und den französischen Einfluß auf Syrien auszudehnen. Gleichzeitig waren Verstärkungen auf dem Wege ums Kap zu Tippoo Sultan gegangen und Verhandlungen mit dem Jmam von Maskat, dem Cherif von Mekka und selbst den Beduinen Arabiens angeknüpft worden. Die Tapferkeit und das Genie Nelsons und die Energie des Generalgouverneurs Lord Wellesley in Indien machten alle Hoffnungen der Franzosen