Teil eines Werkes 
Bd. 4 (1901) Die Kolonialpolitik Frankreichs : von den Anfängen bis zur Gegenwart / von Alfred Zimmermann
Entstehung
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Gründung von Louisbourg.

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sich Anfang 1720 der Aktienbesitzer bemächtigte, als der übertriebene Kurs nicht mehr zu halten war. Ueber Nacht fielen nun die Aktien ebenso rasch wie sie gestiegen waren. Eine fürchterliche Krise brach über Frankreich herein, und Law selbst und seine Unternehmungen fielen ihr znm Opfer. Die große Compagnie des Indes verlor die Grundlage ihres Bestehens, ehe sie noch ernstlich in Wirksamkeit getreten war. Das hat sich denn auch während der Jahre ihrer Thätigkeit gründlich fühlbar gemacht.

Zweites Kapitel.

Der Ausgang der französischen Herrschaft in Canada.

In Canada ist der Einfluß der Lawschen Unternehmungen nur wenig bemerkbar geworden, da hier die unmittelbare königliche Verwaltung bestehen blieb. Die Hauptsorge der canadischen Ver­waltung nach dem Friedensschluß war Rüstung gegen neue Angriffe der Engländer. Daß solche nicht lange ausbleiben würden, darüber bestand kaum ein Zweifel, und dabei hatte der Verlust Akadiens, Neufundlands und des Hudsons-Bay-Gebietes die Lage der fran­zösischen Kolonie ganz wesentlich verschlechtert. Von dem weiten, für Handel und Fischerei gleich wichtigen Küstengebiet war den Franzosen nur noch die Insel Jsle Royale (Kap Breton), verblieben. Den 60 000 waffenfähigen Männern der Neu-England-Kolonien konnte Canada nnr 628 Mann Linientruppen und 4484 Mann Milizen gegenüberstellen. Wollte man unter diesen Umständen nicht dem nächsten Angriff fast wehrlos unterliegen, so bedurfte es ganz außergewöhnlicher Anstrengungen.

Die Regierung entschloß sich zu solchen. Der erste Schritt war Befestigung und Ansban des besten Hafens von Kap Breton, wie das schon 1709 in Vorschlag gebracht worden war. Die Louis­bourg genannte Befestigung wurde so stark angelegt, daß sie die bedeutendste Festung Nordamerikas darstellte und das amerikanische Dünkirchen genannt wurde. Sie sollte nicht allein die Straße nach Quebec vertheidigen, sondern auch den französischen Fischern und Kauffahrern den erforderlichen Schutz gewähren. Man schmeichelte sich mit der Hoffnung, Frankreich dadurch trotz der erlittenen Ver-