Teil eines Werkes 
Bd. 4 (1901) Die Kolonialpolitik Frankreichs : von den Anfängen bis zur Gegenwart / von Alfred Zimmermann
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Jesuitenkolonisation in Canada.

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überseeischer Unternehmungen besitze. Als hinderlich für weitaus­sehende Pläne bezeichnet er nur die Ungeduld seiner Landsleute, welche die Erfüllung aller Wünsche aus der Stelle verlangten. 1.68 V 0 ^NA 68 Hui 80 llt äs I 0 NAN 6 Imlsins 80 nt peu propi'63 n ieur nntursl! Alles in Allem genommen, ist es Richelieu so wenig wie Henry IV. oder Coligny gelungen, seine kolonialen Pläne zu verwirklichen. Bei seinen! Tode befand sich die französische Kolonial- politik überall nur in sehr bescheidenen Anfängen. Wirklich lebens­fähig waren nur die Niederlassungen in den Antillen.

Zweites Kapitel.

Louis' XIV. und Lolberts wirken in Lanada.

Die von Richelieu für Canada ins Leben gerufene Gesellschaft zeigte sich zur Durchführung einer energischen Kolonisation des Landes so unfähig wie ihre Vorgängerinnen. Sie beschränkte sich auf den Pelzhandel. Die Kolonisationsarbeit überließ sie den Jesuiten­missionaren unter der Bedingung, daß sie sich alles Handelsbetriebes enthielten. Nach einer öffentlichen Erklärung der Direktion der Kompagnie vom 1. Dezember 1643 haben die Jesuiten sich in der That von mittelbarem wie unmittelbarein Handel ferngehalten und lieber ihre Stationen gelegentlich durch Mangel an Nahrungsmitteln in arge Noth kommen lassen. Das hinderte aber nicht, daß in Frankreich die ihnen feindliche öffentliche Meinung sie beschuldigte, in Canada als Kaufleute Geld machen zu wollen, und daß die berühmten Lettres Provinciales diese Gerüchte als Thatsachen be­handelten. Wenn sich in Frankreich gelegentlich Interesse für diese Kolonie regte, so äußerte es sich fast ausschließlich in Stiftung von Geldern für wohlthätige, aber nicht gerade dringend erforderliche Anlagen oder in Sendungen von Missionaren und dergl.

Die Aufmerksamkeit der wenigen Kolonisten selbst war vollständig durch Kämpfe mit den Indianern in Anspruch genommen. Die Kompagnie erwies sich als durchaus unfähig, für Ordnung und Frieden zu sorgen. Die kleine Niederlassung Montreal war monatelang von den Irokesen belagert, in Fort Richelieu durste man sich nicht über die Wälle hinaus wagen. Wer in die Hände