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VII. Die Bevölkerung.
Zauber zurückzuführen sei, natürlich meist auf solchen, den fremde Stämme ausgeübt hätten. Daher rühren die häufigen Fehden zwischen den Stämmen, die Ausbrüche äußersten Hasses, die bis zur Vernichtung ganzer Stämme geführt und zum Teil auch die Abnahme der Volkszahl der Australier verschuldet haben. Die Beschäftigung der Zauberer besteht, wie bei den meisten Naturvölkern, in dem Verhindern und Kurieren der Krankheiten, dein Behexen und Regenmachen; auch hier kommt es vor allen: darauf an, von den zu Schädigender: irgend einer: Teil des Körpers, Haar, Nägel rc., in die Hände zu bekommen. Erführt der also Geschädigte davor:, so wird er nicht selten arrs reiner Angst krank. Ein Fortleben nach dem Tode wird vor: einiger: Stämmen ohne Zweifel angenommen, da den Toter: Speise ins Grab mitgegeben wird. Hier und da ist die Ansicht verbreitet, die Schwarzer: würden nach ihrem Tode Weiße.
Die religiöser: Ansichten der Australier sind wenig bekannt, scheinen aber unentwickelt zu seir:; Gestirne, Sonne und Mond werden zwar nicht verehrt, doch knüpfen sich Legender: an sie. Wahrscheinlich spielt vor allen:, wie bei vieler: tiefstehenden Naturvölkern, eir: böses Wesen eine Rolle, dessen Furcht einflößende, schädigende Wirkung zur Verehrung zwingt. Nach durchaus nicht allgemein geteilter: Ansichten ariderer sollen manche Stämme auch eir: gutes Weser: verehren.
Die Australier nehmen in Berührung mit der europäischen Kultur an Zahl rasch ab, da die leider allenthalben an derer: Grenzer: herrschende Demoralisation einer: zerstörenden Einfluß auf sie ausübt. Alle Übeln Seiten der roher: und gervaltthätigen Pioniere der weißen Rasse nehmen sie an, und ihrer: Laster:: ergeben sie sich rasch. Die Weißer: Haber: ihnen der: Branntweingenuß, die Syphilis und sonstige verheerende Krankheitei:, die Chinesen das Opium gebracht; die Frauen, vor: der: weißen Ansiedlern begehrt, ergeben sich der Prostitution und werden vor: ihren eigener: Gatten angeboten. Die Kunstfertigkeit und der Erwerbstrieb der Schwarzen schwindet immer mehr, da sie gegen kurze Lohnarbeit auf der: Stationen der Squatters einer: längerer: Lebensunterhalt bestreiter: können. Versuche, Eingeborene ar: zivilisiertes Leber: zu gewöhnen, sind meist fehlgeschlagen, die Mission hat gerade bei diesen: Volke Jahrzehnte hindurch gar nichts, seit 1850 etwas, aber irr: Verhältnis zur aufgewandten Mühe verschwindend wenig ausgerichtet. Die Ansiedler Haber: die Eingeborenen nicht selten als Wild gejagt, abgeschossen und so vermindert, daß ganze Stämme ausgerottet worden sind; allerdings Haber: einige Morde vor: Weißer: die besondere Veranlassung dazu gegeben. An seßhaftes Leber: gewöhnen sich die Australier nicht, die Zivilisation nehmen sie nicht ar:, derr: Christentum sind sie nicht zugeneigt; anderseits brauchen die Weißer: bei fortgesetzter Steigerung der Volkszahl ihre Jagdgründe und dränge:: sie immer weiter ins Innere zurück. Eine Hoffnung, sich emporzuschwingen zu höherer Kultur, haben sie nicht, ihre Zukunft wird über krrrz oder lang, in absehbarer Frist, dieselbe seir: wie das Schicksal der Tasrnanier, derer: letzte Angehörige, die Frau Trncanini, irr: Jahre 1876 starb. Die Tas- manier wurden gejagt, ausgerottet, durch Krankheiter: und Demoralisation vernichtet; das wird auch das Ende der Australier sein.
L Die Melancsier.
Melanesien wird vor: den Melanesierr: bewohnt, einem Menschenstamm, der sich ostwärts bis zu den Fidschi-Inseln ausdehnt und durch gemeinsame Merkmale vor: der: Australiern und Polynesien: absondert. Seine hauptsächliche Eigenart besteht ir: einer Negerähnlichkeit, mit der rnalayische Züge gemischt sind. Es scheint, daß diese negerähnlicher: Völker, die vielfach ur:ter derr: Namen der Papuas zusammengefaßt werden, früher eure größere Verbreitung besessen Haber:, da sie sich einmal von Melanesien aus nach Westen über eine Reihe der rnalayischer: Inseln Verfolger: lasier: und hier als Negritos arrs den Philippinen sorvie unter anderen Rainer: