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IV. Das Klima.
den Jahren 1880 und 1881 die Temperatur um 8 Uhr früh 27,7— 29 , 3 °, um 1 Uhr mittags 29,8—320, 7 uhr abends 27,8—28,?o, das Maximum 34 , 4 °, das Minimum 23,7°. Hier
setzt der Südostmonsun meist im Juni oder Anfang Juli ein, begleitet von schweren Regengüssen, und hört Ende September auf, wonach bis zum Dezember veränderliche Winde folgen. Dann beginnt der Nordwestmonsun, zumeist in: Jauuar böig mit Regen, später im Februar und März mit klarern, schönem Wetter. Ende März verliert der Nordwestmonsun seine Kraft, und bis zum Beginn des Südostpassats folgen abermals veränderliche Winde in den Monaten April bis Juni. Anscheinend sind die Küsten von Neuhannover und Neumecklenburg stärkerem Regen ausgesetzt als die Nordküste von Neuponnnern.
Der Negensall ist wohl beträchtlich, aber sehr unregelmäßig; 1891 fielen in Herberts-Höhe auf der Gazelle-Halbinsel 339 em, 1892 nur 270 em Regen, im August 1891:34 und in demselben Monat 1892 nur 1 em.
Auf Neuponnnern und Neulauenbürg sind in der Regel, wie Parkinson (,Jn: Bis- marck-Archipel') schreibt, „die ersten Vormittagsstunden am heißesten; zwischen 10 und 11 Uhr kommt eine Brise, welche die Hitze etwas mäßigt, die Abende sind angenehm und erfrischend; in der Nacht legt sich gewöhnlich der Wind, und durch einen von dem Hochplateau herniederwehenden Hauch wird die Luft noch weiter abgekühlt. Auffallend ist eine von Zeit zu Zeit eintretende Erscheinung, die ich nur mit einem sehr dichten Höhenrauch vergleichen kann. Die Luft ist dann dermaßen undurchsichtig, daß ich die Umrisse der hohen, etwa sechs Seemeilen von meinem Wohnort entfernten Berge der Mutter'-Halbinsel kaum zu unterscheiden vermag, und dabei sehr trocken und ruhig. Die Erscheinung hält in der Regel zwei bis drei Tage an und war jedesmal von schwächeren und stärkeren Erderschütterungen begleitet.^
Die Salomonen haben ebenfalls ein sehr gleichmäßiges tropisches Klima mit ähnlichen Temperaturen wie Neuguinea. Das Jahresmittel beträgt etwa 28 o, mit Schwankungen bis zu 22 und 350 , der Regen füllt gleichmäßig, sowohl während der im Südosten vorn April bis Dezember, in: Nordwesten von: Mai bis Oktober wehenden Passate, als auch während der Monsune. Der Südosten der Inselgruppe hat also Regen auch bei Südostpassat, der Nordwesten bei Nordwestmonsun. Die Regenhöhe beträgt im Mittel an den Küsten 380 em, in: Inneren und an der Ostseite Guadalcanars drei- bis viermal so viel, die Zone der größten Regenmengen liegt zwischen 1500 und 1800 m.
Auf den Neuen Hebriden hat das Jahr eine Mitteltemperatur von nur 24 , 90 , entsprechend der südlicheren Lage, bei einen: wärmsten Monat, Februar, mit 27,8° und einem kühlsten, Juli, mit 22 , 90 . Die Extreme erreichen in: Mittel 32,2 und 18 , 90 . Das Klima ist während der von: November bis März dauernden Regenzeit nicht sehr gesund, und zu dieser Zeit treten auch zuweilen verheerende Orkane auf.
4. Das KüdwesLmonjungebieL Wikronesiens.
Ein viertes Klimagebiet schließt sich in: Norden an das vorige an und umfaßt die mikro- nesischen Inseln, also dieGruppen der Palau-Jnseln, der Ladronen, Karolinen, Marshall- und Gilbert-Jnseln. Alle diese Archipele stehen in: Nordwinter, also den: Halbjahr von: Oktober bis April, unter den: Einfluß des Nordostpassats, während über sie in der entgegengesetzten Jahreszeit der an der Ostküste Asiens und auf den Philippinen spürbare Südwestwind hinwegweht, so daß auch hier ein Monsunwechsel stattfindet, wenn auch entgegengesetzt den: südäquatorialen melanesischen Ländergebiete nach den Windgesetzen der nördlichen Halbkugel.