Neuseeland.
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1. Aeuleekand und Tasmanien.
Durch seine Lage vom 47. bis zum 34. Grade siidl. Breite steht Neuseeland zum größten Teil unter der Herrschaft der westlichen Winde und ragt nur mit der nördlichsten Halbinsel der Nordinsel in das subtropische Reich hohen Luftdrucks hinein, das den größten Teil Australiens umfaßt. Im ganzen ist daher das Klima Neuseelands gemäßigt, im Süden sogar, der Lage auf der Südhemisphäre entsprechend, kühl und feucht. Wir haben ein ausgesprochenes Seeklima vor uns, mit einen: Gegensatz feuchter Nordwest- und trockener Südostwinde.
Der größte Teil Neuseelands liegt zwischen den Isothermen von 10 und 15°; erst auf der nördlichsten Halbinsel werden höhere mittlere Jahrestemperaturen bis zu 17" erreicht. Diese nehmen naturgemäß von Süden nach Norden zu, wie sich aus der Gegenüberstellung folgender vier Hauptorte ergibt: Duuedin 10,2°, Christchurch 11,6, Wellington 13,1 und Aucklaud 15,4" mittlere Jahrestemperatur. Der wärmste Monat, der Januar, ist nicht sehr viel wärmer als der kühlste: im Januar haben die vier genannten Städte Temperaturen von in: Mittel 14,2", 16,7°, 17,2", 19,90, im kühlsten Monat, in: Juli, 5,90, 5,9", 8,30, 11,20, so daß die Differenz zwischen den: wärmsten und dem kühlsten Monat 8,30, in Christchurch 10,80, in Wellington 8,40, in Auckland 8,70 beträgt. Die jährliche Schwankung ist daher sehr gering und der Gang der Temperatur ziemlich gleichmäßig, da der Frühlingsmouat Oktober nur 3 — 6° wärmer als der Juli, der Herbstmouat April nur 3—4,5° kühler als der Januar ist. Verhältnismäßig groß ist der Unterschied der Temperatur zwischen April und Juli, so daß die Temperatur von: Herbst zum Winter rasch sinkt und fast ebenso rasch vom Frühling zum Sommer ansteigt. Erst in: äußerster: Nordei:, in Mongonui, erreicht das Jahresmittel 16,:°, der Januar 20,6°, der Juli 11,8°; doch ist hier die Temperatur sowohl in: Mittel wie in: wärmsten Monat noch viel niedriger, in: kühlster: Monat aber höher als ir: der: in gleicher Breite gelegenen Stationei: der Mittelmeerländer, während z. B. Dunedin, in der gleicher: Breite und Seehöhe wie Mailand, irr: wärmsten Monat nur 10° kühler, irr: kühlsten nur 5° wärmer, irr: Mittel nur 2,5° kühler ist als dieses. Der Norden der Inselgruppe hat demnach eir: mäßig warmes, der Süden ein kühles Seeklima.
Auch die Extreme der Temperatur sind gering. Auckland entspricht mit ->-31,4° und 0,7° mittleren Extremer: etwa Nizza, das der:: Pol um 7° näher liegt. Dunedin hat auch nur ff- 29,3° und —1,3° als Extreme, während in dem gleichzeitigen Mailand das mittlere Minimum — 9,7°, das mittlere Maximum -st 34,3° betrügt. In der südlichster: Station Southland fällt das Thermometer im Mittel auf —6,6° und erhebt sich auf ff-28,80; wieder ein Beweis für das gleichmäßige ozeanische Klima Neuseelands. Irr: Südwinter liegt daher Neuseeland zwischen den Isothermen von 5 und 12°, irr: Südsommer zwischen denen von 14 und 21°; die jährliche Wärrneschwankung ist nur 5—10°, ein Betrag, der nur Inselgruppen mit Seeklirna ir: gleicher: Breiter: wie der: Azoren eigen ist und nahe ar: die außerordentlich geringen Schwankungen der Tropenzone grenzt. Vor allen: ist eir: kühler Sommer bezeichnend. „Während (nach Harn:) die Sommertemperatur auf der Nordinsel jene des mittleren Deutschlands kaum übertrifft, kommt dieselbe irr: südlichster: Teil der Südinsel, unter 46° Breite, nur noch jener des nördlichen Schott- lands gleich. Der Winter ist dagegen so mild, daß irr: Wachstum der Pflanzen kaum eir: Stillstand eintritt, viele Blumen der: ganzen Winter hindurch blühe::, und die bebauter: Flurei:, die frühlingsartigen Weider: mit der: immergrünen Bäumen sehen an einem sonnigen Wintertage so heiter und freundlich aus wie eine englische Sommerlandschaft."
Der Luftdruck ist in: Mittel des Jahres gering, meist unter 760 mm. Die ganze Inselgruppe, mit Ausnahme der Nordspitze, gehört den: Gebiete der vorherrschenden Westwinde ar:.