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Samoa / von F. Reinecke
Entstehung
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männlichen Segmente hell- bis gelblichbraun und meist völlig erhalten erscheinen, sind die weiblichen blaugrün, auch tiefblau und in all ihren Segmenten dicht mit blauen polygonalen Eiern angefüllt und äusserst empündlich, sodass es nur in den seltensten Fällen gelingt, ein Exemplar mit deutlich erkennbarem Körperende zu erhalten. Auch die Männchen platzen, wenn sie dem Wasser entnommen werden, durch gewaltsame Bewegungen leicht auf oder reissen entzwei. Die Conservierung der Tiere macht deshalb auch bedeu­tende Schwierigkeiten, und man hatte sie bisher entweder als frag­mentarische Formalin- und Alkoholpräparate oder aut Glasscheiben aufgetrocknet für wissenschaftliche Untersuchungen zur Verfügung. Die Zahl der bisher gefundenen Köpfe ist sehr gering, und bis zur Zeit sind noch nicht alle Zweifel gehoben, dass es wirklich Köpfe des eigentlichen Palolos waren.

Übrigens ist die Palolozeit auch die Jahresperiode für massen­haftes Auftreten kleiner Fische meist Jugendformen grösserer Seelische die gleichzeitig gefangen und als Leckerbissen geschätzt werden Auch die Delphine suchen um diese Zeit bezw. zur Spring- liutzeit des Frühjahrsäquinoctiums (11. Februar), zu welcher auch der Palolo zeitweise erscheint, besonders wenn er im Oktober oder November ausblieb, in grösseren Mengen die Küstenbänke auf, um dort zu laichen.

Vegetation.

Grossartig und lieblich zugleich, wie der Charakter der Inseln, ist auch ihre Vegetation, die mit dem Zauber ewigen Lebens mit saftig grünem freundlichem Kleide die schauerlich schönen Gebilde erdinnerer Revolutionen, einst feuerspeiende Erdschlote und längst verglühte Lava-Felder umhüllt. Gewaltige Baumriesen überragen, schon von weitem erkennbar, das hohe dichte Blätterdach des Urwaldes, der die pittoresken Formen der Inseln von dem korallenumgürteten Strand oder den vom brandenden Meere bestürmten Steilküsten bis hinauf zu den höchsten und steilsten Spitzen uud Kraterrändern abrundend verhüllt. An der Küste aber, wo Menschen hausen und des Urwaldes gigantische Grösse der Axt oder dem Feuer gewichen ist, wiegen elegante Cocospalmen majestätisch ihre hellgrünen Fieder- Kronen aus mächtigen, mehrere Meter langen Wedeln im Winde über den Häusern der Ansiedler, den Hütten der Eingeborenen und den fremden Eindringlingen der weitverbreiteten tropischen Küsten­flora, die hier, wie auch fremdes Wesen im menschlichen Leben den einheimischen Charakter verdrängen und unterdrücken. Daher bietet auch das Küstenland dem Naturfreund und Botaniker Verhältnis-