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Samoa / von F. Reinecke
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Tierleben.

Die Landfauna Samoas ist relativ ärmer und einförmiger als die Flora. Einheimische Säugetiere fehlen bis auf den fliegenden Fuchs ( Pteropus saiuoensis) und Fledermäuse gänzlich. Der erstere, von den Eingeborenen pea genannt, lebt in Bäumen und fliegt Nachts; er bevorzugt besonders Mangobäume, deren Früchte er liebt. Zeitweise sieht man grosse Schaaren der etwa rattengrossen Tiere mit 40 60 cm Flügelspannung unilierfliegen. Bei der Äsung quieken und schreien sie laut und kreischen; es ist daher bei Mond­schein leicht sie zu schiessen.

Für Fledermäuse bieten die unterirdischen Höhlen und Schlackengänge vorzügliche Schlupfwinkel und lichtlose Wohnungen; dort trifft man sie zu Hunderten am Tage in Schlafstellung an der Decke hängend; und man kann sich binnen wenigen Minuten, wenn man in einen solchen Schlackengang eindringt, die Taschen damit füllen. Fackellicht stört sie nur wenig in ihrer Ruhe; sie werden zwar aufgescheucht, hängen sich aber bald, geblendet, wieder an den Wänden und der Decke der Höhlen fest und lassen sich ohne weiteres greifen. Des Nachts fliegen sie nach Nahrung aus; sie unterscheiden sich wenig von unseren Fledermäusen. Eigentümlicher­weise haben auch die Samoaner, wie bei uns das Volk, die Furcht, die Tiere könnten ihnen in die Haaree fahren.

Im Busch der Berge führen wilde Schweine ein höchst beschauliches und fruchtbares Dasein. Mau nimmt an, dass sie von Walflschfängern nach den Inseln gebracht und dort verwildert sind, La Perouse fand sie bereits vor. Jedenfalls haben sie sich trotz der eifrigen Verfolgung durch die Eingeborenen, denen Schweinefleisch über Alles geht, stark vermehrt; in den Bergen Savaiis findet man sie allenthalben. Die Samoaner jagen sie mit ihren Hunden, die, welcher Rasse sie auch entstammen mögen, sich fast ausnahmslos zur .Schweinejagd eignen; sie wittern die Fährte, folgen ihr und stellen das Schwein bis der Jäger herankommt und sich auf das Tier wirft, um es zu fesseln. Ist es ein kräftiger Eber, so geht es nicht ohne Kampf und selten ohne Wunden ab, denn viele Eber sind stark bewehrt. Die Läufe des besiegten Tieres werden dann zusammen­gebunden. Sollen noch weitere gejagt werden, dann schlägt man einen dünnen Baum in 2 3 Fuss Höhe ab, legt die Beute daran fest und bedeckt sie mit Laub. Später wird das gefesselte Tier dann abgeholt und auf einer Stange über der Schulter zur Küste getragen. Meine Träger fingen auf einer dreitägigen Tour im