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Samoa / von F. Reinecke
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mit Mephistos Weisheit trösten:Wo fehlts nicht irgendwie auf dieser Welt? Dem dies, dem das; hier aber fehlt das Geld!

Die Eingeborenen haben mit vorbildlicher Bereitwilligkeit ihren Dollar bezahlt. Im Allgemeinen sind die alten Steuersätze beibehalten; eine wesentliche Erhöhung hat jedoch der Einfuhrzoll auf 10°/ 0 des Wertes, und die Waffensteuer erfahren. Dafür ist die Ausfuhrsteuer aufgehoben. Jedenfalls hat das Reich nach Massgabe der bisherigen Ausgaben für Samoa bereits im ersten Verwaltungsjahre mindestens im Marineetat erhebliche Ersparnisse gemacht auf Kosten des Handelsumsatzes und speciell der Gasthäuser Apias. Das ist kein Fehler!

Wenn es geboten erscheint, dann sollte unserem jüngsten Kolonialkinde daher auch, nachdem so viele Millionen zwecklos dafür ins Meer geworfen sind, alles bewilligt werden, was zu seiner guten Erziehung geboten ist. Mit falscher Sparsamkeit haben wir dabei genug schlimme Erfahrungen gesammelt!

Handel.

Wenn man bedenkt, welche Summe verderblicher Faktoren, erschütternder Ereignisse und dauernder socialpolitischer Ungunst seit Jahrzehnten auf die lieblichen Samoa-Inseln eingewirkt haben, dann muss man zugeben, dass die Inseln wirtschaftlich eine eiserne Gesundheit haben. Das beweist der Handel und vor allem die Statistik des Kriegsjahres 1899. Darüber berichtete das amtliche deutsche Kolonialblatt:

Wenngleich die kriegerischen Unruhen des Jahres 1899 eine über mehrere Monate sich erstreckende völlige Stockung im Handel von Samoa herbeigeführt hatten, ist doch das Bild, das die in dem amtlichen Gouver­nementsblatt vom 15. März 1900 veröffentlichte Statistik von der Ein- und Ausfuhr giebt, ein erfreuliches. Dank einer ungewöhnlich reichen Kopraernte sind die Ziffern der Ein- und Ausfuhr die höchsten, die seit der ersten Aufstellung amtlicher Statistiken im Jahre 1892 erreicht wurden. Der Wert der ein gef iihrten Waaren, die im Lande verbraucht wurden also abgesehen von den durchgehenden Gütern belief sich auf 2141004,78 Mark; das bedeutet eine Zunahme gegenüber dem ungünstigsten der Vorjahre (1896) von rund 898000 Mark, dem günstigsten der Vorjahre (1894) von rund 297 000 Mark.

Für den Absatz an die Eingeborenen kommen in erster Linie Kleidungsstoffe in Betracht, daneben als Masseneinfuhrartikel Hartbrod (Biskuits), Salzfleisch, konserviertes Fleisch, Nahrungsmittel, die von den Samoanern, wenngleich der Grundstock ihrer Mahlzeiten aus den Erzeugnissen des Landes, Taro, Yams, Zuckerrohr, Brotfrucht bestehen,