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Samoa / von F. Reinecke
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ist Konsul H. Meyer-Delius, stellvertretender Direktor Herr Fr. Burkhardt.

Nachdem nun die deutsche Regierung endlich einmal wenn auch teuer einen Teil des alten Deutsch-Samoa den Klauen der Gegner entreissen konnte und Aussicht auf bessere und ruhigere Zeiten am Samoahorizont aufzuleuchten begannen, hat auch die D. H. P. G. Axt und Messer wieder hervor geholt, um nach 14 jähriger Pause ein neues Kulturwerk auf den deutschen Inseln zu beginnen und den Wert ihres Besitzes und des jüngsten deutschen Schutz­gebietes zu heben. Der Erfolg dieses Wollens wird nicht ausbleiben wenn es nicht an den rechten Männern fehlt.

Landbesitz und Pflanzungen.

Die Eigentumsrechte an Ländereien waren und sind auch heut noch, wie an anderer Stelle geschildert wurde, schwierig festzu­stellen, daher waren auch die Erwerbsverhältnisse von jeher recht eigenartig und rechtlich zweifelhaft. Dennoch wurden schon früh­zeitig grosse Landkäufe abgeschlossen, und da die Samoaner den Nutzwert des Bodens als Handelsobject und Einnahmequelle nicht würdigten, erst unter sehr billigen Bedingungen. Das Haus Godetfroy erwarb schon Anfang der sechziger Jahre grosse Flächen des besten Kulturlandes zu billigen Preisen im Tauschhandel mit Waren, Gewehren, Munition etc. Erst als auch von anderer Seite Land­käufer auftraten, wurden die Eingeborenen auf den Geldwert des Bodens aufmerksam. Demgemäss stiegen dann die Forderungen und die Schwierigkeiten des Erwerbes. Damit begannen aber auch der ver­derbliche Länd ersch aclier und die stets damit verbundenen Streitigkeiten. Anfang der achtziger Jahre stand die Boden- speculation in hoher Blüte, und eine englische Firma, die polynesische Landcompagnie, kaufte bezw. beanspruchte für sich annähernd 5 / 6 der ganzen Insel Savaii und mehrere Tausend ha auf Upolu. Auch von amerikanischen Finnen waren angeblich grosse Besitztitel erworben worden. Das führte natürlich zu heillosen Confusionen und Diffe­renzen zwischen den Grundbesitzern; denn viele Flächen waren von den Samoanern mit Vergnügen zwei und mehr Mal verkauft worden. Wer sollte ihnen das verdenken, da man dem Lande nicht anmerkte, dass es bereits einen neuen Besitzer hatte!

Man sah ein, dass das nicht so weiter gehen konnte, und besonders die deutsche Gesellschaft, forderte mit vollem Recht von den drei Vertragsmächten Klarheit und Regelung der Besitzansprüche. Dieser Forderung konnten sich die Mächte nicht verschliessen. Der einzige Reinecke, Samoa. 13