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Samoa / von F. Reinecke
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Im Jahre 1878 wurde auf der Basis des vorhandenen Besitz­tums der Firma Godeffroy die Deutsche Handels- u. Plantagen- Gesellschaft der S üdsee-Inseln zu Hamburg gegründet und als dann 1880 die Gefahr nahe lag, die nach mehr denn 20jähriger Arbeit erreichte deutsche Stellung und den grossen mit nicht unerheblichen Opfern erworbenen Besitz auf Samoa in Englischen Besitz über­gehen zusehen, war es der Reichskanzler Fürst Bismarck, welcher nach eingeholter Genehmigung des Kaisers sich zu dem Versuch bereit erklärte, die Sympathien des Reiches für Beistand und Schutz des grossen deutschen Einflusses und Ansehens in der Südsee und des weitverzweigten Handelsunternehmens zu gewinnen. Wie das dem grossen fernschauenden Kanzler gelungen ist, haben wir in der Geschichte Samoas gesehen. Von der deutschen Seehandels­gesellschaft, die unter Bismarcks Beistand damals, im Vertrauen auf eine harmlose Reichsgarantie ins Leben gerufen war, ist heute nur noch derSeehandel als Telegrammadresse der D. H. P. G. übrig geblieben.

Die D. H. P. 0.

Die D. H. P. G. oder noch einfacherdie Firma ist die gebräuchliche Abkürzung des reducierten und veränderten J. C. G. S; neben der später aus ihr hervorgegangenen Jaluitgesellschaft der kümmerliche Rest der einstigen deutschen Alleinherrschaft in der Südsee, die letzte Säule der ersten Hochburg deutschen Handels und deutscher Forschung im Stillen Ocean. Den Verlust ersetzt ein langer Name, den man kaum in einem Atem aussprechen kann, wie das bei unseren überseeischen Gesellschaften nun mal so üblich ist, nämlichDie deutsche Handels- und Plantagengesellschaft der Südsee-Inseln zu Hamburg;Godeffroysche Südseegesellschaft wäre entschieden hübscher und klangvoller, und ausserdem mindestens auch insofern einwandsfrei gewesen, als der letzte von vier männ­lichen Vertretern des grossen Hauses, Cösar Godeffroy, in das Direk­torium der neuen Gesellschaft mit übernommen wurde und bis 1895 an leitender Stelle als Seele desselben seine langjährigen Erfahrungen der D. H. P. G. widmete. Doch das ist Geschmackssache. Jeden­falls ist es bedauerlich, dass die Firma, deren Familienwappen und Initialen fast auf allen Gruppen des Oceans durch die Schiffsflaggen, die damit gezeichneten Kattune und sonstigen Handelsartikel im besten Sinne bei den Eingeborenen gekannt waren, in sich selbst erstorben, gewissermassen von ihrer langatmigen Erbin verschluckt worden ist.

Die D. H. P. G. ist somit die älteste der deutschen Kolonial­gesellschaften. Ferner gehört sie zu den wenigen Gesellschaften,