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Unsere braven Seeleute hatten jedoch nicht umsonst geblutet und für die Ehre der Nation ihr Leben gelassen. Ihre Thaten und ihr Tod lenkten die Blicke vieler daheim in die Ferne und erweckten das Interesse für grössere nationale Zwecke. Der deutsche Adleff hatte seine Fängen in das Samoaland geschlagen; sein Boden war mit deutschem Blute geweiht.
Die Katastrophe im März 1889.
Kaum waren die näheren Nachrichten über diese heroische Kriegsthat unserer braven Blaujacken in die Heimat gelangt, da zog von Norden ein neues, weit furchtbareres Unheil gegen Samoa heran. Ein gewaltiger Orkan wühlte in den Tagen vom 15 bis 17. März 1889 die Wassermassen des Stillen Oceans auf, und eine entsetzliche Sturmilut wälzte sich gegen den kleinen Hafen von Apia, in dem zu jener gefährlichen Zeit sieben Kriegsschiffe vor Anker lagen: die deutschen Kreuzer „Adler“ und „Olga“ und das Kanonenboot „Eber“, die amerikanische n Schiffe „Trenton“, „Vandalia“ und „Nipsic“ und der englische Kreuzer „Calliope“, der, als zuletzt angekommener Hafengast, der Ausfahrt am nächsten lag und die Kesselfeuer nicht hatte ausgehen lassen. Dem verdankte der Engländer seine Kettung (weniger, wie mehrfach behauptet wird, der guten neuseeländischen Kohle), indem er rechtzeitig den Verderben drohenden Korallenriffen und den furchtbaren Collisionen der anderen Schiffe auf die hohe See entweichen konnte; denn des Schiffes grösster Feind ist das Land; auf offnem Meere kann ihm höchstens ein Wirbelsturm oder eine Collision gefährlich werden.
Konsul Knappe berichtete über jene Schreckenstage der Marine nach der Katastrophe aus Apia:
„Während in früheren Jahren die Kegenzeit bereits im November einzusetzen pflegte, hatten wir in diesem Jahre auffallend schönes Wetter bis Ende Januar. Desto unruhiger wurde der Februar. Am 10. trat der erste Orkan auf, am 14. der zweite und am 7. März der dritte. Am 10. Februar wurde der deutsche Topsegelschooner „Matautu“ aufs Kiff gesetzt und ging gänzlich verloren. Am 14. Februar verloren drei Deutsche ihr Lehen, welche in Falealili, auf der Südseite der Insel Upolu, in Begleitung einiger schwarzen Arbeiter ein Boot bestiegen hatten, um nach Apia zu fahren. Derselbe Orkan setzte den amerikanischen Dreimastschooner „Konstitution“, sowie einen unter Samoaffagge fahrenden Schooner eines hiesigen Kaufmanns auf das Kiff. Auch S. M. Schiff „Eber“ entging nur mit Mühe dem gleichen Schicksal. Die Anker waren nicht im Stande, das Schiff zu halten; dasselbe trieb vielmehr nach dem Kiff zu, und die Schraube war dadurch unklar geworden, dass sich eine schwere Kette um