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|i i die Nachfolger der Leute, welche damals die Samoavorlage des Fürsten Bismarck ablehnten und müssen gestehen, dass, wenn der Reichstag dieses Votum damals nicht abgegeben , hätte, wir alle die Schwierigkeiten nicht gehabt hätten, welche jetzt gewesen sind. Also, wir können nur die aufrichtigste ■ Befriedigung über das Abkommen aussprechen. Ich hoffe nun auch, dass : man mit doppelter Sorgfalt diese neue Kolonie verwerten und daraus eine Musterkolonie machen wird, und das möchte ich den Herren, die darüber zu sagen haben, empfehlen, dass sie eine hervorragende - Persönlichkeit dahinstellen, welche verstehen wird, die Eingeborenen ! richtig zu erziehen. Die Gefahr liegt vor, dass, wenn man einen . preussischen Bureaukraten dahingeschickt, man „Wilde“ falcli behandelt, : und dass dann die „Wilden“ vernichtet werden, wie es die Geschichte oft gezeigt hat. Das möchte ich den Herren ans Herz legen.“
Die Folgen.
I t Die Interesselosigkeit der Mehrheit im deutschen Reichstage 1 von 1879/80 für die Bestrebungen von nationalem Stolz beseelter I Landsleute in der Ferne, förderte und schürte die begehrlichen I Wünsche der Rivalen umsomehr. Jene brauchten dem Schutz und Beistand ihres Mutterlandes nicht zu entsagen, sondern durften freudig und selbstbewusst ihre Nationalität zur Schau tragen, da ■ man ihrer daheim mit Anerkennung gedachte, auch wenn sie politisch Fehler machten. Dennoch hielten auch unsere Landsleute, trotz der bitteren Enttäuschungen, trotz aller Schwierigkeiten und Anfeindungen ; fest an ihrem deutschen Sinn und deutschen Wesen im unentwegten | Vertrauen daraut, dass auch auf ihre bedrängte Lage endlich einmal - «in Strahl der Grösse und Macht ihres Vaterlandes fallen, sie er- 1 wärmen, und stärken und die im schweren Ringen verteidigte nationale Saat zur Blüte und Frucht gelangen lassen werde.
|f Zwanzig bange Jahre vergeblichen Harrens vermochten nicht
* fliese Hoffnung zu vernichten; sie wuchs, als endlich in der Heimat T -das fast vergessene Verständnis des Grossen Kurfürsten für nationale H Weltpolitik auf kolonialer Basis wieder erwachte, da Deutschland,
* wenn auch spät, seine Flagge über die Meere führte und seine
* immer enger werdende Fläche der stetig wachsenden Bevölkerungs- ' zahl erweiterte. Hätte es 1880 schon, dem weisen Rate seines ’ grossen Kanzlers folgend, mit Samoa und Viti den Grundstein zur
Kolonialpolitik gelegt, dann würde diese rascher Früchte getragen t haben.
So aber benutzten die Engländer seit 1880 natürlich jede | «Gelegenheit, um ihren Einfluss auf Samoa zu heben und die Samoaner