Print 
Samoa / von F. Reinecke
Place and Date of Creation
Page
28
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

28

langer, Abenteurer und geflüchtete Sträflinge von Australien und Neu- Caledonien haben dazu viel beigetragen, während die Missionare fast überall, besonders in früherer Zeit, gut aufgenommen wurden.

Ein Denkmal zu Fangasa in derMasacre-Bay erinnert auf dem Grabe der gefallenen Franzosen neben einer kleinen Missions­kirche an diesen ersten Kampf zwischen Samoanern und Weissen. La Perouse verliess nach diesem Verlust Samoa und fand, wahrschein­lich infolge Scheiterns seiner Schiffe, in der Santa Cruz - Gruppe mit seinen Begleitern ein vorzeitiges Ende. Nach ihm berührte der zu einer Strafexpedition gegen Tahiti ausgesandte englische Kapitän Edwards die Inseln flüchtig, und auch die russische Ex­pedition unter 0. v. Kotzebue mit A. v. Chamisso auf dem Schiffe Rurik scheint 1816 vor Samoa nur kurz Anker geworfen zu haben.

Für die Geschichte Samoas im eigentlichen Sinne sind alle diese Besuche ohne sonstige Bedeutung. AVir verdanken ihnen keinerlei zuverlässige Nachrichten. Dieses Verdienst gebührt der Londoner bezw. der Wesleyanisch-methodistischen Missionsgesell­schaft, die im Jahre 1830 bezw. 1836 ihre erfolgreiche Arbeit auf Upolu begann.

Als 1839 die von den Vereinigten Staaten Nordamerikas aus­gesandte Erforschungsexpedition unter Wilkes Samoa besuchte, fand sie bereits einen grossen Teil der Eingeborenen unter dem Einfluss der Missionare und überall freundliches Entgegenkommen, sodass die Studien der Fachgelehrten hier sehr erleichtert wurden und gute Erfolge hatten, obwohl gerade damals unter den Einge­borenen grosse Unruhen und Kämpfe herrschten, nachdem der letzte Alleinherrscher Tamafaigä 1830 wegen seiner Gewaltthätigkeit ge­tötet worden war.

Vorgeschichte der Samoaner.

Die Südseeinsulaner waren früher überwiegend ausgezeichnete Seefahrer mit erheblichen nautischen Kenntnissen. Von einzelnen Inselgruppen existieren heut noch alte Orientierungskarten, teils aus Bambusstäben mit verschiedenen Marken zusammengestellt, teils in Form bemalter Stoffe etc. Diese primitiven Hilfsmittel lassen darauf schliessen, dass jene Navigatoren eine ausserordentliche Orientierungsgabe besessen haben, die heute nur noch fragmentarisch erhalten ist. Jedenfalls hat in früheren Jahrhunderten zwischen den verschiedenen Inselgruppen und Volksstämmen, zeitweise vielleicht sogar ziemlich lebhafter, Verkehr stattgefunden. Die besten See-