Print 
Deutsch-Afrika und seine Nachbarn im schwarzen Erdteil : eine Rundreise in abgerundeten Naturschilderungen, Sittenscenen und ethnographischen Charakterbildern ; Nach den neuesten und besten Quellen, für Freunde der geographischen Wissenschaften und den Kolonialbestrebungen, sowie für den höheren Unterricht / Von Johannes Baumgarten. Mit einer Karte von Deutsch-Afrika
Place and Date of Creation
Page
500
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

500

Deutsch-Südwestafrika.

Hände im Blute, ein Opfer, welches bedeutet:Ich wasche meine Hände rein von Schuld, es war Gottesgericht."

Des Tages über kamen mehrere Boten zu uns, die uns an­sagten, daß, wenn man Rosa zu fassen bekäme, sie ebenfalls getötet würde; deshalb durste dieselbe nicht aus dem Hause gehen, bis wir sie ebenfalls auf die andere Seite des Flusses befördern konnten.

Kapitän K. R. Weineck.

Arbeit mit Hiilderniffeu»

oder

ein Tag eines protestantischen Raffern-Missionars.

Der Missionar Pradel lebt mit Frau und Kind auf einem ein­samen Vorposten mitten im Kafferngebiet. Er ist so beschäftigt, daß er nur selten Zeit finden kann, durch einen Brief Kunde von sich zu geben. Um so interessanter ist ein Bericht von ihm, den dasFlug­blatt der Brüdergem." 1883 Nr. 3 veröffentlicht und der den noch hier und da spukenden Wahn von dem unthätigen, müßiggängerischen Leben der Missionare in Südafrika in handgreiflichster Weise widerlegt.

Eines schönen Morgens saß Pradel da mit der Feder in der Hand, um seinen Bericht für das Missionsblatt zu schreiben.

Mein letzter Besuch in Elukolweni . . .", so viel stand glück­lich schon auf dem Papier, als der Viehwächter einbrach, ein Schäs- lein auf dem Arm. Das hatte sich ein Bein gebrochen und mußte verbunden und gepflegt werden. Und während Missionar Padel noch damit beschäftigt ist, kommt ein Mann, sein Geld zu holen für die Pferde, die er zu eben jenem Ritt nach Elukolweni geliehen hatte. An und für sich brauchte diese Zahlung nicht viel Zeit zu kosten; aber die Koffern sind samt und sonders der Ansicht, die man in Europa zum Glück doch nur bei manchen vertreten findet, daß es besser ist, auf Umwegen zum Ziel zu gelangen, als auf dem geraden Wege und daß es schade wäre, mit zehn Worten sich zu begnügen, wo sich eine so schöne Gelegenheit bietet, hundert anzubringen und wenn man fertig ist, noch einmal von vorne anzufangen. Der Pferde­verleiher nimmt sich also Zeit, Missionar Padel übt sich tapfer in der Geduld und während dessen ruht seine Feder aus, obgleich sie noch gar nicht müde ist. Aber alles nimmt einmal ein Ende, selbst