Die Buschleute oder Saan.
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Kolonie vor. Die Kapbauern werden selten recht alt; wahrscheinlich kommt von diesen 63 über 100 Jahre alten Leuten die Mehrzahl auf Hottentotten.
Unter den farbigen Leuten der Kapkolonie sind etwa ein Dritt- teil zum Christentum bekehrt. Wohl haben die Hottentotten und Farbigen des Kaplandes keine uns gewinnenden oder interessierenden Eigenschaften; in ihren Jdeeen, Sitten, nach ihrer Sprache sind sie ihren früheren Herren, den Kapbauern, fast gleich geworden, aber sie sind als dienende, als zweite Klasse der dortigen Gesellschaft nützlich und unentbehrlich. Mancher Reisende, welcher flüchtig jenes Land durchzieht, schilt über Bilder von Faulheit oder sittlicher Verkommenheit, die hier und da sich seinem Auge bieten, ohne daß er sich die Mühe nähme, auf Dörfern oder Missionsstationen Schulen, Gottesdienste und Wohnungen des christlichen Teiles der Bevölkerung Südafrikas zu besuchen. Ohne das Eingreifen des Christentums und der christlichen Mission würde die farbige Bevölkerung Südafrikas jetzt ein ungleich traurigeres Bild bieten.
M Kiischltlitc oder Kami.
Die Buschleute und die Hottentotten möchte ich fast die interessantesten unter den südafrikanischen Völkern nennen. Freilich sind diese Stämme nicht berufen, die Träger einer eigentümlichen Kultur zu werden, wie es vielleicht die Kafferstämme sind, aber als besondere Rassen des Menschengeschlechtes bieten sie in Körperbau, Sprache, Sitten und Lebensweise des Interessanten, ja des Rätselhaften viel.
Beide Völker sind von den Kaffern und den übrigen südafrikanischen Völkern grundverschieden.*) Während die Sprachen dieser dunkelfarbigen Stämme vorn Südende Afrikas bis hinauf zum Äquator eine nahe Verwandtschaft zu einander zeigen, ist von diesem
*) Friedrich Müller (S. 179) und andere Ethnographen bezeichnen, nach dem Vorgänge des Philologen Bleck, die Völker der großen südafrikanischen Sprachfainilie mit dem Namen Bantustämme, im Gegensatz zu den Negern. Merensky nennt diese Bezeichnung ebenso willkürlich, als nichtssagend, da ^bautu in der Kaffersprache der Küstenstämme „Leute", „Menschen" bedeute, und man doch wissenschaftlich nicht von „Menschenstämmen", „Menschensprachen" reden könne. B.