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Deutsch-Afrika und seine Nachbarn im schwarzen Erdteil : eine Rundreise in abgerundeten Naturschilderungen, Sittenscenen und ethnographischen Charakterbildern ; Nach den neuesten und besten Quellen, für Freunde der geographischen Wissenschaften und den Kolonialbestrebungen, sowie für den höheren Unterricht / Von Johannes Baumgarten. Mit einer Karte von Deutsch-Afrika
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Die Ovambos in Deutsch-Südafrika.

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in einem Umkreis von einer bis anderthalb Armeslängen horizontal um den Stengel herum liegen. Die Eingeborenen schlagen den Boden rings herum mit Steinen, bis sie durch die Verschiedenheit des Tones hören, wo die wasserspendende Knolle unter dem Boden liegt, graben dann etwa einen Fuß tief nach und finden sie.

Die wunderbarste Pflanze der Wüste ist aber die Kafferngurke oder Wassermelone. In Jahren, wo der Regen in ungewöhnlicher Menge fällt, sind unabsehbare Strecken Landes buchstäblich mit diesen Melonen bedeckt. Dann erfreuen sich Tiere jeder Art und Benennung, den Menschen nicht ausgenommen, an den reichen Vorräten. Der Elefant, als wahrer Herrscher des Waldes, schwelgt in dem Genusse dieser Frucht, und seinem Beispiele folgen die verschiedenen Nashorn­arten, obschon sie von Natur in der Wahl ihrer Nahrung ganz von jenem abweichen. Mit gleicher Begier laben sich daran die ver­schiedenen Antilopenarten, und selbst Löwen, Hyänen, Schakale und Mäuse scheinen sämtlich die allgemeine Wohlthat zu kennen und zu würdigen. Diese Melonen sind jedoch nicht alle eßbar; einige sind süß, andere so bitter, daß die ganze Familie dieser Kürbisse die bittere Wassermelone genannt wird. Die Eingeborenen unterscheiden sie dadurch von einander, daß sie eine Melone nach der andern mit einer Axt anhauen und die Zunge in den Spalt stecken. So wissen sie freilich am schnellsten, ob sie süß oder bitter sind. Die bitteren sind giftig oder wenigstens schädlich, die süßen dagegen sind ganz gesund.

Graf von Krockow.

Die Omilibos in Dkiltsch-Mchika.

Bekanntlich entdeckte Livingstone im I. 1849 den merkwürdigen Ngamisee im Centrum von Südafrika, indem er von Süden (von Kolobeny) nach Norden vordrang; erst 5 Jahre später gelang es dem schwedischen Naturforscher Anderson, von Westen her dahin zu gelangen. Auf seinen Kreuz- und Querzügen, die er vier Jahre lang, von der Walfischbai ausgehend, in das weite, gegenwärtig größtenteils unter deutschem Schutz stehende Hinterland unternahm, verweilte er auch unter den Ovambos, von denen er eine interessante Schilderung gab, die wir im Auszuge mitteilen.*)

*) S. Erforschungsreisen im Innern Afrikas. Livingstone, der Missionar. Leipzig, Spainer, 1860.