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Deutsch-Afrika und seine Nachbarn im schwarzen Erdteil : eine Rundreise in abgerundeten Naturschilderungen, Sittenscenen und ethnographischen Charakterbildern ; Nach den neuesten und besten Quellen, für Freunde der geographischen Wissenschaften und den Kolonialbestrebungen, sowie für den höheren Unterricht / Von Johannes Baumgarten. Mit einer Karte von Deutsch-Afrika
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Die Westküste von Afrika.

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Me WMWe von Afrika.

Die Küste von Gores bis zum Alt-Kalabar-Strom. Schilderung von Duke- Town. Der Negerkönig. Die Eingeborenen.

Die afrikanische Westküste ist, ihre Nähe zu Europa in Betracht gezogen, von allen zu Wasser erreichbaren Ländergebieten das ver­hältnismäßig von Reisenden am wenigsten besuchte, und obwohl die englischen Postboote jetzt allmonatlich eine regelmäßige Verbindung zwischen ihren wichtigsten Punkten unterhalten, werden die gesich­teten Klimafieber für immer Jeden abschrecken, den nicht sein Ge­schäft, Beruf oder die Wissenschaft dahinführen. Die Dampfschiffe, die auf den canarischen Inseln anlaufen, berühren die afrikanische Küste zuerst in der französischen Niederlassung Goree südlich am Senegal, in einer Bucht des dort nur mit spärlicher Vegetation be­deckten Festlandes.

Die nächste Station bildet das englische Bathurst, an der Mündung des Gambia gelegen und Sitz des dortigen Gouver­neurs. Der Pflanzenwuchs wird reicher und üppiger, besonders wenn man die Region der Mangrovebüsche passiert hat, doch bleibt die Küste ein einförmig flacher Streif, bis sie sich in den malerischen Kuppen der Bucht von Sierra-Leone zu heben beginnt.

Liberia liegt am Fuße des dichtbelaubten Kap Mount, und dann nimmt die sorgfältig angebaute Kornküste ihren Anfang, wo ' überall Dörfer und weiße Türme aus den dunkeln Büschen hervor­schauen, und Hunderte von Booten, geschäftig vom Lande stoßend, das Meer bedecken, sobald das Dampfschiff in Sicht ist.

Kühn springt im Süden das Kap der Palmen vor, welches das Gebiet der Manou- oder Krufamilie durchschneidet, und dann tritt die Küste in die weite Bucht von Guinea zurück; der Name Guinea hat sich aus dem Mittelalter, von dem goldreichen Guinauha l her vererbt, und scheidet sich in Nord- und Süd-Guinea, als

! deren Grenze das Kamerun-Gebirge, Fernando-Po gegenüber, ange-

i nommen wird.

! Östlich vom Kap Palmas beginnt das wellenförmige Hügelland

^ der Gold küsie, vielfach auf den Höhen noch mit den Kastellen jener Zeit des Faustrechts gekrönt, wo dort die seefahrenden Nationen Europas, Niederländer, Engländer, Franzosen, Dänen, mit Blut und Leben um Gold und Sklaven feilschten. Einige derselben dienen