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Mohammedanische Lebensbilder aus Algerien.
Himmels und trockener Luft, weniger als die übrigen Jahreszeiten, dennoch sind sie ihm im Vergleich mit anderen Gegenden in hohem Grade eigen.
In Theben sind die Morgen oft noch empfindlich kühl und die Abende noch ein wenig feucht, während in Assuan die Frische des Morgens schon mehr angenehm ist und bei der dem Gefühle nach absoluten Trockenheit der Luft die herrlichen sternenhellen Abende den Genuß der freien Luft bis in die Nacht hinein auch zarteren Konstitutionen gestatten. In den Mittagsstunden war im Monat Januar, den Dr. Nitzsch dort verlebte, die durchschnittliche Temperatur 17,6° R. Leider konnte er keine hygronometrischen Messungen vornehmen, seinem Gefühle nach sieht jedoch die Dunstsättigung der Luft im Januar und im Beginn des Februar weit unter der Kairos im Mai, die sich nach den Beobachtungen von Destouches im Mittel für 5 Jahre auf 44° stellt.
(Zeitschrift für Allgemeine Erdkunde von Neumann. Neue Folge II.)
Mohmnlkdiimsche Leliensliildtt aus Algerien.*)
1. Das ^it ei Lebgoll oder Hammelfest. — 2. Das Begräbnis eines Marabut. — 3. Das Verhältnis der Eingeborenen zu der christlichen Einwanderung. — 4. Straßenbilder aus Tlemcen: Die arabische Stadt. Eine Karawane aus der Sahara. Ein Schlangenbeschwörer, Gaukler und Märchenerzähler. In der Zanja der Fakire. Arabische Musik. Der Fakirtanz. Die Jünger des Sidi Mohammed ben Aissa.
1. Das ^11 ei Ledselt oder Hammelfest.
Eines der größten Feste im mohammedanischen Jahre ist das ^14 ei LsbLeb oder Hammelfest. Es fällt in die Zeit von ungefähr 14 Tagen vor dem mohammedanischen Jahresanfänge und stützt sich auf die alttestamentarische Legende von Abrahams unterbrochener Opferung des Jsaak, für welchen die Araber jedoch den Jsmaöl substituieren. Der Jude erfreut sich zwar der gründlichsten Verachtung von Seiten des Arabers, wiewohl dieser im Koran einen
*) Aus dem interessanten Werke: Von Algier nach Oran und
Tlemcen. Algerische Reise- und Lebensbilder von Otto Schneider und I)r. Hermann Haas. Dresden, 1878.