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Deutsch-Afrika und seine Nachbarn im schwarzen Erdteil : eine Rundreise in abgerundeten Naturschilderungen, Sittenscenen und ethnographischen Charakterbildern ; Nach den neuesten und besten Quellen, für Freunde der geographischen Wissenschaften und den Kolonialbestrebungen, sowie für den höheren Unterricht / Von Johannes Baumgarten. Mit einer Karte von Deutsch-Afrika
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Der abessinische Badeort Wansage.

erinnern. Auf einem Hügel ist die königliche Villa erbaut, aus zwei bis drei größeren Tokuls bestehend. Der Negus Johannes liebt es sehr, nach Art der europäischen Fürsten hier Bäder zu nehmen.

Außer der in einer Höhe von zwei bis drei Metern entspringen­den heißen Quelle, namens Tscherkos, ist hier noch eine andere, un­mittelbar am Gumara-Flusse, die dem heiligen Tekla Haimanot ge­weiht ist, und deren Temperatur nur -t- 32° C. beträgt. Hier baden nur die schwer Erkrankten.

Wansage ist der einzige Ort Abessiniens, wo ich öffentliche Gast­häuser, eigentlich Gasthütten, zu sehen Gelegenheit fand. Gewöhnlich bleibt der Abessinier zu Hause und bereitet sich sein Getränk, sei es Merissa oder Tetsch selbst. Wansage dagegen erinnert auch in dieser Hinsicht an unsere Bäder. Nachts herrscht ein teuflischer Lärm, der mit Frauengesang, Händeklatschen rc. untermischt die eigentliche Bademusik ausmacht. Die im Gumara hausenden Riesenfrösche sor­gen für eine harmonische Begleitung, welche mit dem I a-Geschrei der Esel und Maultiere erst spät nach Mitternacht endet.

Stecker.

(Bericht über seine Expedition nach Abessinien. Mitteilungen der Afrikanischen Gesellschaft. Berlin, 1881. III. I. Heft.)

Charakter und Lebensart der Bewohner. Klima. Handelsgewohnheiten der Abessinier. Vorzüge der hiesigen Mohammedaner.

Massua (dies ist die richtige Aussprache, nicht Massaua, in der Landessprache Base) hat die gleiche Lage auf einer Insel wie Suakyn und Agig, und verdankt wie diese seinen Ursprung den fremden Handelsleuten aus allen Weltteilen, die von diesem, sichern Anhalts­punkte aus den Handel mit dem Festlande versuchten. Die Bevölke­rung, obgleich mit eingewanderten Hindi, Mogrebi, Callas u. s. w. vermischt, hat den Grundton der Beduy immer beibehalten, deren Sprache, durch das Arabische viel bereichert, in Massua stets herr­schend geblieben ist, wie ihre Sitten und ihr Charakter in den Grundzügen auf der Insel im ganzen immer bewahrt blieben. Wie