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Das Reich Schoa und dessen Bewohner.
Zeiten, im Juni und im Januar. Auf den Bergen dieser Insel ist das Klima gesund, aber in den Niederungen herrschen Fieber, namentlich während der Monsumwechsel.
Das nördliche Somalland hat also zwei Regenzeiten, eine große vom April bis Juli und eine kleinere vom Oktober bis Dezember. In der Gegend des Äquators, in den Gallaländern, beginnt die erste Regenzeit im April und währt bis Ende Juni, die zweite füllt auf September und Oktober.
Das Reich Kchaa und dessen Kkinohner.
Grenzen. — Das Heer. — Der König. — Das Christentum der Schoaner. — Litteratur. — Entsetzlicher Aberglaube und sittliche Versumpfung.
Als Schoa bezeichnet man im weiteren Sinne das ganze Hochland, welches begrenzt wird im Osten von der Adalwüste, im Süden vom Hawasch, im Westen vom Abai (Blauen Fluß) und im Norden von mohammedanischen Gallastümmen. Im engeren Sinne begreift es den westlichen Teil dieses Hochlandes, das im Osten, gegen die Adalwüste hin, den Namen Efat trägt; zu diesem letzteren gehört auch Argobba, das von Mohammedanern bewohnte Niederland. Sowohl Schoa wie Efat haben sehr fruchtbaren Boden und herrliches Klima; Krapf schützt die ganze Bewohnerzahl auf etwa eine Million.
Der König regierte unumschränkt. Er war der einzige Herr und Meister des Landes, ihm gehörte Leben und Gut seiner Unterthanen, und viele Streitigkeiten schlichtete er Persönlich. Das höchste Gericht wird von den „vier Stühlen des Reichs", d. h. vier Richtern, gebildet. Sahela Selassi hatte kein stehendes Heer, sondern nur einige hundert bewaffnete Knechte; zu Kriegszügen mußte jeder Statthalter einen Beitrag stellen, und die ganze bewaffnete Macht konnte auf 30- bis 50 000 Mann gebracht werden, von denen aber nur etwa 1000 mit Flinten, die übrigen mit Lanzen, Schild und Schwert bewaffnet waren.
Die Mehrzahl der Schoaner bekennt sich zum Christentum, nach der Form der koptischen Kirche in Ägypten, von welcher die abessi- nische Kirche eine Abteilung bildet. Im östlichen Teile sind viele