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Straßenbilder aus Mombassa und Feretown.
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andere Baumstämme, welche in den Creeks wachsen, zu, und geschickte indische Tischler verarbeiten die Bretter rc. weiter. Maurer, Schmiede und andere Handwerker sind emsig beschäftigt; einige der befreiten Neger legen selbst mit Hand an; der größte Teil derselben wird aber — ob mit ihrem eigenen Willen und Nutzen? — geistig beschäftigt. Ich weiß nicht, ob es von Vorteil für das Empor- blühen dieser Freistadt ist, daß der Kern der schwarzen Bevölkerung aus Indien hierher verpflanzt wurde. Es sind dies vor Zeiten von englischen Kreuzern aufgebrachte ostafrikanische Sklaven.
Viele dieser freien Sklaven dünken sich, auf ihr Christentum und ihre europäische Kleidung pochend, Europäer, und benehmen sich hoffärtig oder bestenfalls herablassend gegen die frisch zugebrachten Befreiten. Ihre durch hohe Löhne sanktionirte Faulheit bildet gewiß kein gutes Beispiel für Neulinge. Sehr zu bedauern ist ferner, daß das zu Feretown gehörige Ackerland zu den sterilsten der doch sonst so fruchtbaren Zanzibar-Küste gehört. Übrigens wird Feretown, besonders wenn Ostafrika englisch werden sollte, eine bedeutende Zukunft haben, denn als Hafen ist die Bai von Mombassa und speciell der Ankerplatz vor der englischen Station wohl der vorzüglichste der ganzen Küste. Die Missionare Feretowns haben mich aufs freundlichste ausgenommen. Mögen ihre menschenfreundlichen Arbeiten reiche Früchte zeitigen!
I. M. Hildebrandt.
Zeitschrift der Ges. für Erdkunde. Berlin, 1879.
Die .. .
Produkte, Klima, beste Lebensweise der Europäer.
Die sehr zahlreichen kriegerischen, grausamen Galla haben sich vom afrikanischen Hochland seit mehr als 3 Jahrhunderten nach Norden und Osten bis an den indischen Ocean verbreitet und sind auch in Habesch eingedrungen, das viel von ihnen zu leiden hat. Sie sind braun oder schwarz, oft ziemlich hell, mit langem, fast schlichtem Haar, gerader oder Adlernase, stolz und wild und wurden