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Deutsch-Ostafrika.
einfache Perlenschnüre aus großen blauen und weißen Perlen, oder 5—6fache Schnüre aus kleinen roten und blauen Perlen. Der Halsschmuck der Männer besteht in Ringen aus starkem Eisendraht, welcher mit dünnem Kupferdraht umwickelt ist, oder aus kleinen Eisenkettchen mit ovalen Gliedern. Die Haare werden von den Männern entweder zu zahlreichen dünnen Strähnen zusammengedreht, die vom Wirbel aus nach allen Seiten gleichmäßig verteilt sind, oder sie werden wie bei den Frauen kurz geschnitten getragen. Armund Fußgelenke werden durch außerordentlich starke Eisen- oder Messingdrahtringe verziert. Für ganz besonders schön wird es gehalten, den Körper mit der dort überall vorhandenen roten Erde und mit Fett einzureihen, ein Verschönerungsmittel, welches weder von Männern noch Frauen verschmäht wird. Daß übrigens die Bewohner von Taweta ein kriegerisches Völkchen sind, dafür spricht der Umstand, daß sie, obgleich in der Nähe der räuberischen Massais wohnend, von diesen doch unbehelligt gelassen werden.
4. Das Felsenlabyrinth Teita und die Waldfestung Taweta am Kilima-Ndjaro.
Nach Wernicke und I. Thomson.*)
Vier Tagereisen westlich von Kisulutini liegt Teita, wie schon erwähnt, etwa auf dem halbem Wege nach dem Kilima-Ndjaro; aber die Unwirtlichkeit der Natur und die Feindseligkeit der Menschen verdreifacht die Schwierigkeiten dieses Weges. Krapf und Rebmann waren dort schon vor vierzig Jahren gewandert, der englische Reisende Thomson erst vor kurzem, um auf dem kürzesten Wege durch das Gebiet der kriegerischen und räuberischen Massai das östliche User des Victoriasees zu erreichen. Teita besteht aus einem fast unzugänglichen Felsenlabyrinth, in welchem die als Viehdiebe und Menschenräuber in der ganzen Nachbarschaft verhaßten Bewohner ihre niedrigen, unten aus der Küche, oben aus dem Schlafraum bestehenden Hütten mit kegelförmigen Dach errichtet haben, während sie ihre Felder und Wiesen" an den Abhängen der Berge aus Furcht vor den Nachbarstämmen, namentlich den Massai, ohne Ansiedelung lassen. Der erste Missionar unter ihnen hatte eine gute Stunde mit Händen und Füßen bis zu seiner Hütte zu klettern. Die Leute sind
*) Aus P. Wernicke. Die Mombas-Mission. Allgem. Missions-Zeit schrist 1886. — Thomson. Durch Massai-Land. Leipzig 1885.