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Die territoriale Entwicklung der europäischen Kolonien : mit einem kolonialgeschichtlichen Atlas von 12 Karten und 40 Kärtchen im Text / von Alexander Supan
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A. S 11 pan, Die territoriale Entwicklung der europäischen Kolonien.

Pinieninsel, wo wenige Tage darauf eine gleiche Erklärung verlesen wurde, und die Loyaltyinseln, die aber erst 18G4 in Besitz genommen wurden.

7. Die Engländer sind ihrer Abneigung gegen weitere Erwerbungen in Polynesien lange Zeit treu geblieben. Die Besetzung der kleinen Atolle Maiden (1864), Starbuck (1866)*) und Caroline (10° S., 150° W., 1868) 2 ) erfolgte lediglich zur Ausbeutung der Guanolager. Wichtig war dagegen die Annexion der Fidjiinseln. Wir wissen (S. 179), daß sich hier schon sehr früh Weiße niedergelassen hatten; 1835 waren englische Missionare ins Land gekommen und hatten bald großen Anhang gefunden. Die Handelsbeziehungen mit Australien wuchsen, und schon 1859 wollte sich der mächtigste Häuptling, Cakobau, unter britischen Schutz stellen, war aber abschlägig beschieden worden. Größere Bedeutung erlangten die Inseln anfangs der 60er Jahre, als während des nordamerikanischen Bürgerkriegs die Nachfrage nach neuen Baumwollen­produktionsländern stieg und einen starken Zufluß australischer Kolonisten nach den Fidji zur Folge hatte. Auch für den Weltverkehr wurden die Inseln wichtig, denn bald nach der Eröffnung der nordamerikanischen Pazifikbahn (1869) trat eine Post­dampferlinie zwischen S. Francisco und Sydney ins Leben, die Levuka auf der Insel Ovalau zur Zwischenstation wählte. Es war selbstverständlich, daß in den weißen Ansiedlern der Wunsch nach europäischen Zuständen immer lebhafter wurde, und als der Versuch, mit Hilfe Cakobaus eine verfassungsmäßige Regierung einzurichten, gescheitert war, mußte sich England endlich dazu bequemen, dem Wunsche der australischen Kolonien nachzugeben und die Herstellung der Ordnung selbst in dir Hand zu nehmen. Nach längeren Verhandlungen willigten die Häuptlinge am 10. Ok­tober 1874 ein, alle ihre Rechte auf die britische Krone zu übertragen.

Amerika.

1. Wir wenden uns zum Schlüsse dem nordamerikauischen Rande der pazifischen Welt zu. Am Beginn unserer Periode zerfällt er politisch in folgende Teile: Russisch- Alaska, das Gebiet der englischen Hudsonbai-Gesellschaft, das streitige Oregongebiet zwischen 49 und 42° B. und das mexicanische Californien.

In Alaska wandte man die größte Aufmerksamkeit dem nördlichen Festland zu. Während Tebenkow und Rosenberg die nördliche Küste aufnahmen, drangen zwei Expeditionen vom Westen in das Innere ein: Glasunow am Yukon und Malakow von Nuschagak über den Kuskokwim ebenfalls zum Yukon, wo in Nulato eine Station errichtet wurde (1836ff.). Noch ausgedehnter waren die Reisen Sagoskins 184244; weiter als bis Nulato scheint aber der russische Einfluß nirgends landeinwärts gereicht zu haben. Zu größeren Unternehmungen fehlten die Mittel; schon seit den 30er Jahren begannen die Ausgaben der Gesellschaft ihre stationär bleibenden oder sogar zurück­gehenden Einnahmen zu übersteigen.

Die Hudsonbai-Kompagnie hatte sich innerhalb des pazifischen Hochlandes bisher nur auf die nach Süden gehenden Flüsse beschränkt, nun begann sie aber,

') Behm, Geogr. Jahrbuch, Bd. II, S. 59. Bevölkerung der Erde I, S. 42.