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Die territoriale Entwicklung der europäischen Kolonien : mit einem kolonialgeschichtlichen Atlas von 12 Karten und 40 Kärtchen im Text / von Alexander Supan
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J)ie französisch-britische Periode 16701788.

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Die englischen Kolonien in Nordamerika am Vorabend der Revolution.

1. Über die Gebiete, die England im Pariser Frieden erworben hatte, wurde durch die königliche Proklamation vom 7. Oktober 1763 in folgender AVeise verfügt: Neufrankreich (Canada und Akadien) blieb unter dem Namen Provinz Quebec ein einheitliches Gebiet; die Länder zwischen dem Mississippi und den Alleghanies wurden Kronland; das Land südlich vom 31. Parallel bildeten die Provinzen AVest- und Ostflorida, doch wurde der Teil von Ostflorida, der nördlich vom St. Marys-Fluß liegt, an Georgia abgetreten.

Der ganze britische Kolonialbesitz in Nordamerika gliederte sich politisch in folgender AVeise:

1. Neufundland;

2. das Gebiet der Hudsonbai-Kompagnie;

3. u. 4. die Provinzen Neuschottland und Quebec;

5.17. die 13 atlantischen autonomen Kolonien, die damals politisch ganz von­einander getrennt und nur durch die geographische Zusammengehörigkeit verbunden waren: Neuhampshire, Massachusettsbai mit Maine, Rhode Island, Connecticut, Neu- york mit Vermont, Pennsylvanien, Neujersey, Delaware, Maryland, Virginien, Nord- und Südcarolina und Georgia;

18. u. 19. die Provinzen AVest- und Ostflorida:

20. das Kronland.

2 . In Neufundland hatte sich die englische Bevölkerung vom Südosten nach Norden bis an die Notre Dame-Bai ausgedehnt; 1765 zählte man schon 15484 An­sässige und 9152 Fischer. 1763 annektierte die Kolonie auch Labrador und die Insel Anticosti, doch verlor sie diese Dependenzen 1774 an Canada und erhielt sie erst 1809 wieder zurück. Die ersten Anfänge der Kolonisation der Labradorküste fallen in die 70er und 80er Jahre des 18. Jahrhunderts; damals gründeten die Mährische]! Brüder ihre Missionsstationen in Nain und liopedale.

3 . Die Hudsonbai-Gesellschaft hatte ihre befestigten Handelsposten an der Hudsonbai von Fort George an der Ostküste (Mündung des Big River) bis zum Fort Prinz von AVales an der Westküste (Mündung des Churchillflusses). Die Pro­vinz Quebec war davon durch einen weiten Zwischenraum getrennt; sie erstreckte sich anfangs nach AVesten nur bis zum Nipigonsee. "Eine scharfe Grenzbestimmung war unter solchen Umständen überflüssig, aber indem von beiden Seiten aus Vor­stöße nach dem AVesten unternommen wurden, war doch bald die Gefahr eines Zu­sammenstoßes gegeben. Anfangs zog die Hudsonbai-Gesellschaft den größten Gewinn aus den veränderten politischen A r erhältnissen. Die französischen Händler waren verschwunden, und bald gewöhnten sich die Indianer daran, die Forts der Gesell­schaft aufzusuchen. Ihre Erzählungen von einem großen Strom weit im Innern und Kupferstücke, die sie mitbrachten, regten zuerst zu Forschungsreisen nach dem AVesten an. Samuel Hearne wurde 1769 damit beauftragt, aber erst seine dritte Reise (1771) wurde von Erfolg gekrönt: er entdeckte den Kupferminenfluß und erreichte als erster