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A. Supau, Die territoriale Entwicklung der europäischen Kolonien.
Begleitwort zur Kurie für 1697 auf Tafel V.
Der Ausgang der Kämpfe.
1. Im Jahre 1642 befand sich Spanien noch im Kriege mit Holland und Frankreich. Seine Lage wurde aber beträchtlich verschärft durch den Abfall Portugals, in den es sich begreiflicherweise nicht fügen wollte. Anderseits war Holland trotz seines Bündnisses mit Portugal im Jahre 1641 nicht gewillt, seine koloniale Siegeslaufbahn zu unterbrechen. Aber sein Reich in Brasilien stand auf schwachen Füßen, die Westindische Kompagnie kämpfte mit Geldverlegenheiten und gab 1644 sogar freiwillig die nördlichen Provinzen Ceara und Maranhäo auf; in den portugiesischen Untertanen entzündete die Befreiung des Mutterlandes den Haß gegen die ketzerische Fremdherrschaft, der durch die Jesuiten eifrigst genährt wurde; 1645 erhob in Pernambuco Yieira die Fahne des Aufruhrs und wurde dabei im geheimen von Portugal unterstützt. Auch aus Angola und den Guineainseln wurden die Niederländer 1648 vertrieben. So nahm das Verhältnis Hollands zu Portugal eine immer drohendere Gestalt an, während der Kampf mit Spanien in der Tat schon längst entschieden war, und sein Ergebnis nur der offiziellen Sanktion bedurfte. Dies geschah im Frieden zu Münster am 30. Januar 1648 *)• Indem Spanien in Art. 5 die Eroberungen der holländischen Kompagnien anerkannte, hat es zum erstenmal grundsätzlich auf sein ausschließliches Recht auf die Länder im Westen der Torde- sillaslinie verzichtet, denn die Essequibokolonie lag ja unzweifelhaft auf spanischem Gebiet. Es hielt sich aber auch für befugt, im Namen Portugals zu handeln, es erkannte (in Art. 6) nicht nur den holländischen Besitz in Brasilien ausdrücklich an, sondern es sollten auch alle Plätze, die die Portugiesen seit 1641 den Holländern abgenommen hatten, diesen wieder zurückerstattet werden. Holland hatte damit einen Rechtsanspruch erworben, der ihm freilich wenig nützte. Der Freiheitskrieg in Pernambuco nahm trotzdem seinen Fortgang, und nun griff auch Portugal mittelbar ein, indem es 1649 die Portugiesisch-brasilianische Handelsgesellschaft schuf, die das Übergewicht der Holländer in den westindischen Gewässern brach und sie ihrer reichen Einkünfte aus den Kapereien beraubte. Außerdem wurde Holland 1652 auch in einen Krieg mit England verwickelt. Oliver Cromwell, der Protektor der englischen Republik, schloß ein Bündnis mit Portugal, das dieses freilich durch ein schwerwiegendes Opfer erkaufen mußte, indem es 1654 den Engländern gestattete, in allen seinen östlichen Besitzungen sich niederzulassen, um Handel zu treiben * 2 ), und somit auf sein indisches Monopol, für das es mehr als ein halbes Jahrhundert lang gekämpft hatte, verzichtete. Dafür bekam es in Brasilien Luft; 1654 fiel Pernambuco in die Hände der Aufständischen, und dieses Ereignis besiegelte den Untergang Neuhollands. In Ostindien blieben aber die Holländer siegreich, ihre Kraft konzentrierten sie da auf die Eroberung Ceylons, die 1658 mit der Wegnahme des letzten portugiesischen Platzes, Jaffna, und des perlenreichen Eilandes Manar vollendet war. In demselben Jahre fielen ihnen auch die beiden
Tkeatrum pacis. Nürnberg 16G3 u. 1685. Bd. I, S. 1.
2 ) Sir W. W. Hunter, History of British India. Bd. I, S. 331.