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Die territoriale Entwicklung der europäischen Kolonien : mit einem kolonialgeschichtlichen Atlas von 12 Karten und 40 Kärtchen im Text / von Alexander Supan
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A. Supan, Die territoriale Entwicklung der europäischen Kolonien.

auch die Niederlande, die sich 1579 von der spanischen Herrschaft lossagten. Der Untergang der Armada im Jahre 1588 vernichtete die schon erschütterte spanische Seeherrschaft völlig, und der Zugang zu den Kolonien war nun frei.

Die holländische Periode 15981670.

Begleitworte zur Kßrte für 1642 auf Tafel IV.

Übersicht.

In Europa wird diese Periode durch die großen konfessionellen Kämpfe aus­gefüllt, die mit dem Westfälischen Frieden (1648) ihren Abschluß fanden und eine völlige Verschiebung der Machtverhältnisse bewirkten. Dadurch war in erster Linie der Gegensatz zwischen Spanien und den Niederlanden bedingt. Englands Einfluß tritt unter den Stuarts (160349) zurück, aber der maritime und kommerzielle Auf­schwung, den es unter Elisabeths Regierung genommen, wirkt noch nach. Frankreichs Politik wird durch die seit Franz I. traditionelle Feindschaft gegen das Haus Habs­burg beherrscht; unter Heinrich IV. (15891610) und noch mehr unter der Leitung Richelieus (162442) steht es, obwohl ein katholischer Staat, unentwegt auf der Seite der Gegner Spaniens.

In der Kolonialgeschichte spiegeln sich die europäischen Verhältnisse wider. Das treibende Motiv war der Kampf gegen die Ausschließungspolitik der iberischen Mächte, gegen die der berühmte holländische Rechtslehrer Hugo Grotius den Grund­satz des Mare librum aufstellte (1609). Den Hauptinhalt der Geschichte bilden die Angriffe Hollands und Englands auf die portugiesischen Besitzungen.

Trotz der Vereinigung Portugals mit Spanien, die bis 1640 dauerte, kann man auch in dieser Periode von portugiesischen Kolonien sprechen. Diese Vereinigung war rechtlich nur eine Personalunion, die Kolonial Verwaltungen blieben getrennt, nur die Molukken wurden der Regierung der Philippinen unterstellt. Gerade die Selbständigkeit der portugiesischen Kolonien war für sie verhängnisvoll, denn einer­seits betrachtete Spanien sie als fremdes Besitztum, für das es nicht seine volle Kraft einzusetzen brauchte, anderseits wurden sie doch in die spanischen Welthändel verwickelt. Daß hauptsächlich Portugal die Kosten der spanischen Politik bezahlen mußte, liegt in seiner punktweisen Kolonisation begründet. Dadurch, daß es in Ost­indien einheimische Fürsten beließ oder belassen mußte, schuf es bequeme Anhalts­punkte für seine Gegner. Die Mißstände seiner Kolonialverwaltung und der all­gemeine Haß der Eingeborenen wirkte freilich auch mit, aber in spanischen Kolonien sah es nicht besser aus, und trotzdem gingen sie im großen und ganzen unerschüttert aus dem Kampfe hervor.

Die leitende Macht in diesem Kolonialkrieg waren die.Niederlande. Ursprüng­lich waren die Holländer Handelsgenossen der Portugiesen gewesen; diese hatten sich damit begnügt, die Erzeugnisse des fernen Ostens in Lissabon aufzustapeln, jene den