Die spanisch-portugiesische Periode 1492—1598.
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Einrichtung bestand nicht lange, denn Barretos Eroberungszüge nach Monomotapa (1571 ff.) mißglückten, und Ostafrika kehrte 'wieder in sein AbhängigkeitsVerhältnis zu Goa zurück. Nur am Sambesi behaupteten sich die Portugiesen; Sena, 1531 gegründet, war das Zentrum des Flußhandels und das nur wenig jüngere Tete das ' Zentrum des Handels mit dem Monomotapaland. In diesem selbst bestanden zur Zeit, als Dos Santos diese Gegenden bereiste (1586—95), ebenfalls drei portugiesische Handelsposten (Masapa am Masoefluß, Luanse und Bukoto), die aber ohne politischen Einfluß blieben.
Westindien.
1. Unter AVestindien verstand man damals die ganze Neue AVelt, soweit sie in den Besitz der Spanier und Portugiesen gelangt war; im weiteren Sinne kann man, wie wir sehen werden, auch das tropische AVestafrika dazu rechnen.
AVir wenden uns zunächst der Ausgestaltung der spanischen Herrschaft in Nordamerika zu.
Die Geschichte Alexicos nach dem Sturze des Aztekenreichs besteht in einem zonenweisen Fortschreiten der Kolonisation nach Norden in der AVeise, daß die jeweilige Nord- grenze immer mehr oder weniger nach Nordwesten ansteigt. Jede Zone wird aus einer tierra de guerra in eine tierra de paz verwandelt, und eine neue tierra de guerra schließt sich im Norden an. Mönchische Missionare, von kleinen Garnisonen unterstützt, leisten dabei die Pionierarbeit; wiederholt wird ihr AVerk zerstört, und Prediger und Neugetaufte werden getötet, aber gerade solche Zwischenfälle nötigen zu ernstlicher Besitzergreifung. Daß der Eroberungszug einen nordwestlichen Weg einschlug, hatte seinen Grund einerseits in dem Vorkommen der Edelmetall schätze, anderseits darin, daß gerade von dem westlichen Berglande aus den bereits erworbenen Gebieten Gefahr drohte. Ist doch Nayarit, im Herzen Neuspaniens gelegen, der letzte Zufluchtsort der heidnischen Mexicaner, erst 1721 unterworfen worden!
Die Nordbewegung begann 1531 mit der Besitzergreifung der Provinz Neu- Galicia (Jalisco) und dem Vordringen Guzmans in Sinaloa bis zum A'aquifiuß. Ein großer Eingeborenenaufstand, bekannt unter dem Namen Mixtonkrieg (1540 bis 1542), endete mit der völligen Pazifikation Jaliscos und der Gründung von Guadalajara. Auf die Entdeckung der Silberminen von Zacatecas (1545) folgte die Expedition Ibaras (1554—62), zunächst ein privates Unternehmen zu bergmännischen Zwecken, das aber zur Gründung der Provinz Neu-Biscaja mit der Hauptstadt Durango führte. Das waren schon Landstriche, die selbst mit dem Aztekenreich nur in loser Verbindung gestanden hatten; daher herrschten hier unsichere Zustände, die wenig Einwanderer anlockten, und die spanische Bevölkerung bestand vorwiegend nur aus Bergleuten, Missionaren und vereinzelten Militärposten.
So weit war dauernder Besitz gewonnen, aber Tatendrang, Abenteuerlust und Goldsucht führten die Spanier flock weit über Mittelamerika hinaus, in das eigentliche Nordamerika, Ernstere Bestrebungen lagen den Unternehmungen an der pazifischen Küste zugrunde; Cortes betrachtete ihre Erforschung als eine seiner Hauptaufgaben, denn er hoffte noch immer, auf irgend einem AVege mit Ostasien in Verbindung treten zu können, auch nach Abschluß des Vertrags von Saragossa, Er