Die spanisch-portugiesische Periode 1492—1598.
konnte es nicht wetteifern. Der Verlust des Peilonforts (1529) leitet eine trübe •Periode der südeuropäischen Geschichte ein.
3. ln diesen Zeitraum fällt auch der Beginn der Kolonisierung Sibiriens durch die Russen. Wir lassen sie vorläufig unberücksichtigt, denn Sibirien ist eine Kolonie ganz eigener Art, schon deshalb, weil sie räumlich mit dem Mutterland zusammenhängt. Erst im 18. Jahrhundert greift Rußland von seinen asiatischen Besitzungen aus in die allgemeine Kolonialgeschichte ein, und wir ziehen es daher vor, die Geschichte der Eroberung Sibiriens im Zusammenhang mit jenen späteren Ereignissen zu behandeln.
Begleitworte zu der Karte für 1598 auf Tafel III.
In der Periode 1529—98 schreitet die koloniale Entwicklung in der bisherigen Weise fort, nur kommt ein neues Objekt hinzu: Südamerika. Die Macht der beiden iberischen Staaten erreicht ihren Höhepunkt, aber schon zeigen sich die ersten Spuren des Niedergangs, teils infolge ihrer unglücklichen Kolonialpolitik, teils weil nun auch andere Völker ihren Anteil am Weltmarkt fordern.
Wir haben früher den Gang der Ereignisse von Westen nach Osten verfolgt und schlagen nun den umgekehrten Weg ein.
Ostindien.
1. Im ostindischen Archipel und in Ostasien hatten die Portugiesen durch den Vertrag von Saragossa freies Feld erhalten. Alle ihre ferneren Bemühungen konzentrierten sich nun auf die Gewürzinseln. Hier hatten sich eigentümliche Staatengebilde entwickelt, die sich zum Teil noch in der heutigen Verwaltungseinteilung von Niederländisch-Indien widerspiegeln. Das kleinste, aber abgerundetste Reich war Batjan; dagegen umfaßten die beiden Hauptstaaten, Ternate und Ti- dore, zahlreiche Inseln vom östlichen Celebes bis Neuguinea und von Mindanao bis Timor, die sie von ihren kleinen Eilanden aus beherrschten.
Aber ihre Macht war schwankend, denn sie waren von dem guten Willen ihrer Vasallenfürsten abhängig, und dies ebnete ihren Feinden den Weg.
Obwohl nur im Besitz einiger Forts, wußten die Portugiesen durch rücksichtslose Benutzung politischer und persönlicher Gegensätze ihre Stellung immer mehr zu befestigen. Aber erweckten schon ihre Grausamkeiten den Haß, so wurde dieser noch gesteigert durch die christlichen Missionsbestrebungen, die bei der
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Fig. 6. Die Molukkenreiche nach E. Reelus (Geogr. univors., Bd. XIV, S. 500).