Kolonial-Wirtschaftliches Komitee E. B.
Wirtschaftlicher Ausschuß der Deutschen Kolonialgesellsch«ft Berlin 7, Pariser Platz 7.
Von Emil Zimmermann.
3. Auflage. — 3. F ü n f z i g t a u s e n d.
ls im August 1914 der große Weltkrieg ausbrach, hatten wir genau drei Jahrzehnte deutscher Kolonialwirtschaft hinter uns. Die Pslanz- und Säezeit war überwunden, und wir gingen der Ernte entgegen. Deutsch-Südwestafrika besaß ein die ganze Kolonie durchziehendes Eisentahngerippe von 2104 Kilometern Länge, über 30 Millionen Mark eigene Einnahmen; der Handel war auf 43^ Millionen Mark in der Einfuhr und 70,3 Millionen in der Ausfuhr gestiegen. Deutsch-Ostafrika stand vor der Eröffnung der Zweiten Allgemeinen LaNdes-Ausstellung, der feierlichen Einweihung der Tanganjika-Eisenbahn und der Aufnahme der großen Schiffahrt aus dem 620 Kilometer langen Tanganjikasee durch den 1150 Tonnen großen Dampfer „Götzen"; die Bahn nach Ruanda war in Angriff genommen. Sie sollte die Dreimillionenbevölkerung von Urundi und Ruanda in die Wirtschaft der Kolonie einbeziehen. Die eigenen Einnahmen des Schutzgebiets hatten nach dem Abschluß von 1912 bereits 15,6 Millionen Mark betragen; 1602 Kilometer Eisenbahn waren im Betrieb; der Handel wertete 53,4 Millionen Mark in der Einfuhr und 35,55 Millionen in der Ausfuhr. Die Bahn zum Tanganjikasee war aber noch nicht in Wirksamkeit getreten, und für die Folgezeit war deshalb ein schnelles Ansteigen des Handels zu erwarten. Dasselbe galt für Kamerun,