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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel. Bearb. von W. Kreyenberg
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Der Bismarckarchipel und die Salomonen.

ersten Ladung aufgepackter Pakete dienen. Die Trägerin ist natürlich gezwungen, krumm zu gehen, ihre Ladung hat oft einen weit größeren Umfang als ihr eigner Oberkörper; außerdem trägt sie dann noch oft ein auf ihrer Hüfte sitzendes Baby. Die zur Begleitung mitgehenden Männer tragen außer wenigen Waffen gar nichts. Sie halten sich überhaupt ab­seits des Weibervolkes, denn es würde eine große Außerachtsetzung der eigenen Würde sein, wollte ein Mann inmitten eines Weiberhaufens oder auch nur über einen Platz gehen, auf dem mehrere Weiber sich nieder­gelassen haben. Verkaufsartikel sind hauptsächlich Produkte der Land­wirtschaft und Fischerei. Die Leute des Inlandes verzehren gern Fische und gebrauchen Salzwasser, um ihre Speisen zu würzen, ein Bedürfnis, das sich durchaus nicht bei allen Küstenbewohnern findet. Es gebrauchen z. B. die Bewohner der Neulauenburg-Gruppe nicht gewohnheitsmäßig Salz zu ihren Speisen. Der Unterschied erklärt sich möglicherweise so, daß in salzschwangerer Seeluft die Haut des unbekleideten Kanaken ge­nügend Salz absorbiert, um den Organismus zu sättigen, während die rauhere und reinere Bergluft gerade das Verlangen nach Salzen im Körper wachruft und deren Zufuhr im Wege der Nahrung fördert. Die Fischer wiederum schenken vielleicht ihren Gärten weniger Aufmerksam­keit als die Leute im Innern und sind daher genötigt, letzteren ihre Taro und Iams abzukaufen; sie bringen dafür Fische und Salzwasser auf den Markt, letzteres in den uns schon bekannten Eimern aus Bambus.

Europäische Industrie-Erzeugnisse.')

Abgesehen von den eigenen Naturprodukten kommen indessen auch die Jndustrieerzeugnisse Europas auf die Märkte. Bunte Taschentücher, sogenannte Lawa-Lawas,^) Tabak, Streichhölzer usw. Diese Sachen werden natürlich von den Küstenleuten gebraucht, die sie von den europäischen Händlern erworben haben. Zwar werden sie in nur geringeren Mengen hier feilgeboten, aber mit großem Verdienst verkauft. Man darf an­nehmen, daß auf diese Weise die Erzeugnisse unserer Industrie sich schon bis auf ziemliche Entfernung in das Innere den Weg gebahnt haben, die Grenze ihrer Verbreitung kann jedoch heute in keiner Weise fest­gestellt werden. Trotz des lebhaften Handelsverkehrs ist es bis heute noch nicht gelungen, den Kanaken ein Bedürfnis anzugewöhnen, außer Tabak. Würde ihnen dieser plötzlich entrissen, so würden sie es mut­maßlich schmerzlich empfinden, am Ende aber noch etwas mehr Betel kauen und sich zufrieden geben ... Die eisernen Beile, Lawa-Lawas, bunte Glasperlen, blaue und rote Farbe, Streichhölzer, kleine Spiegel, Messer, Mundharmonika, Draht verschiedener Gattungen und die übrigen Artikel,

') Joachim Graf Pfeil:Studien und Beobachtungen aus der Süd- see", S. 120.

*) d. s. Hüfttücher.