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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel. Bearb. von W. Kreyenberg
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Der^Bismarckarchipel und die S alomone n-

Schildpatt, Perlschalen und Baumwolle. Eingeführt werden Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände für Europäer, Gewebe, Eisenwaren und der­gleichen. Der Wert der Einfuhr betrug 1906 etwa 2,4 Millionen F, der­ber Ausfuhr etwa die Hälfte davon. Postagenturen befinden sich in Her­bertshöhe, Simpsonhafen auf Neupommern, Käwieng auf Neumecklen- burg und Kiöta auf Bougainville. Die beiden ersten haben auch Orts­fernsprechnetze. Den Verkehr mit dem Mutterlande vermittelt der Nord­deutsche Lloyd alle vier Wochen zweimal durch die Schiffe der Japan- Australlinie. Der Verkehr der Niederlassungen untereinander geschieht in unbestimmten Fristen durch die Küstendampfer Sumatra und Langeoog derselben Reederei, teils auch durch Regierungs- und Privatfahrzeuge. Die Erschließung des Innern geschieht sehr langsam, doch ist in Wege­bauten, besonders auf der Gazellenhalbinsel Neupommerns, schon Erheb­liches geleistet.

Verwaltung. Schule. Mission.

In Simpsonhafen auf Neupommern ist der Sitz des Kaiserlichen Gouverneurs, dem nicht nur der Bismarck-Archipel, sondern, wie bereits früher erwähnt, auch die übrigen deutschen Besitzungen in der Südsee mit Ausnahme Samoas unterstehen. Dem Gouverneur steht je ein Richter für Kaiser Wilhelmsland einerseits, wie für den Bis- marckarchipel einschließlich der Salomonsinseln andererseits zur Seite. Am Missionswerk arbeiten die Australische Methodisten-Gesellschaft, die Genossenschaft vom Heiligsten Herzen Jesu und die Gesellschaft des Göttlichen Wortes. Krankenhäuser sind in Simpsonhafen und Käwieng, eine Regierungsschule ist nahe dem ersteren Orte kürzlich erbaut.

d) Aus den Berichten der Reisenden und Forscher

Bodengestalt des Bismarckarchipels.*)

Alle größeren, dem Bismarckarchipel ungehörigen Inseln, mit Aus­nahme von Neupommern, erstrecken sich in nordwestlicher bis südöstlicher Richtung, d. h. etwa parallel der Längsküste von Neuguinea. Man darf wohl annehmen, daß bei der Entstehung der Inseln des Archipels, trotz der räumlichen Trennung der beiden Hauptgruppen, die sie bildenden Kräfte in gleicher Richtung tätig waren. Sämtliche Inseln haben dem­gemäß auch gemeinsame Charaktereigentümlichkeiten auszuweisen, die in ihren Formbildungen zum Ausdruck kommen. Fast alle haben an ihren Längsseiten sogenannte Absperrungsküsten von so geringer Gliederung, daß nirgends Raum zur Hafenbildung sich befindet. Die wenigen vor­handenen Buchten, soweit sie nicht durch vorgelagerte Jnselchen oder

*) Joachim Graf Pfeil: »Studien und Beobachtungen aus der Süd­see", S. 6.