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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel. Bearb. von W. Kreyenberg
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Der Bismarckarchipel und die Salomonen.

vereinigen sich hüpfend in der Mitte des Platzes, schweben wie Irrlichter richtungslos hin und her und sinken zu beiden Seiten ihrer Krieger wie ein eingeschobenes Fernrohr zusammen. Sie haben sich nur gesetzt, da aber jetzt der Laubrock noch so unverhältnismäßig hoch ist, sieht es aus, als ob sie bis über die Knie in der Erde eingesunken wären, und sie geben so einen noch wunderlicheren Anblick als wie zuvor. Jetzt ist die Zeit für die Haupthandlung gekommen. Topulu tritt mit einem so­genannten Ziegenhainer, einem 3 ein dicken Stock vor, ruft einen Namen, ein Häuptling springt vor, stellt sich, uns den Rücken zukehrend, drei Schritte vor uns auf; Topulu holt aus und zieht dem Manne einen Hieb über den Rücken, daß wir die Knochen knacken zu hören glauben und der Mann halb zusammenbricht, wendet sich dann zu uns, zeigt mit der rechten Hand nach seinen Leuten, ruft mit grinsendem Gesicht aus: ine loolr out!" und verschwindet dann mit einigen Sprüngen wieder in den Menschenknäuel. Darauf ruft Torragud einen Häuptling aus seiner Partei, und dieselbe Szene wiederholt sich. Der Sinn dieser drastischen Schaustellung ist, daß die beiden Häuptlinge berufen sind, die Jnne- haltung des Tabugesetzes zu überwachen, und der Schlag soll sie stets an ihre Pflicht erinnern.

Der Hafldel auf der Duke of Jork-Gruppe.')

Die Duke of Jork-Grüppe ist schon jetzt der Zentralpunkt des Handels, welcher sich in den letzten Jahren hier entwickelt hat. Derselbe befindet sich in den Händen zweier deutscher Häuser, diese sind die Handels- und Plantagengesellschaft auf Samoa, vormals I. C. Godeffroy, und die Brüder Hernsheim, welche mit großer Energie und Ausdauer Verbindungen mit diesem gefürchteten Menschenschläge anknüpften, sich durch immer wiederkehrende Brandlegungen und Ermordung eines Handelsagenten nicht abschrecken ließen, sondern ausdauerten und jetzt, soweit eine richtige Beurteilung möglich ist, endgültig gesiegt haben, aller­dings schließlich mit Hülfe der Kriegsmarine, deren Unterstützung ihnen vorher gefehlt hatte. Die deutschen Kaufleute haben auch hier, wie schon an manch anderm Platze, den Missionaren den Weg geebnet und diesen das Eindringen überhaupt erst möglich gemacht. Nicht die Missionare sind in diesen Gegenden die Mauerbrecher, sondern der Handel ist es, welcher zur Fernhaltung der Konkurrenz in aller Stille arbeiten muß. Ehe die Verhältnisse auf dieser Gruppe, wie auf der großen Nachbarinsel Neubritannien, den jetzigen verhältnismäßig geordneten Stand erreichen konnten, ist allerdings manches Blut geflossen. Die hiesigen Handels­agenten sind keine schmächtigen Jünglinge, welche den ganzen Tag hinter dem Schreibtisch sitzen, sondern wetterfeste und verwegene Männer, die

0 B. von Werner:Ein deutsches Kriegsschiff in der Südsee", S. 385.