228 Der Dismarckarchipel und die Salomonen.
Die Verwandten und Leidtragenden färben ihre Gesichter schwarz und zwar die Weiber bei jedem Trauerfalle, die Männer nur, wenn der Dahingeschiedene ein Mann war. Oft begnügen sie sich auch mit zwei dicken Strichen unter den Augen. Während der Trauer dürfen sie gewisse Speisen nicht genießen. Nach einiger Zeit löst die oder der nächste Anverwandte das Tambu ab durch Gabe eines Stückes Diwarra an den nächsten Leidtragenden; dieser giebt es um etwas vermindert weiter, und so fort, bis ein kleiner Rest in die Hände des letzten Leidtragenden gelangt; dann sind alle von dem Tambu erlöst.
Halsbänder der Frauen auf Nenlanenburg.Z
Das Halsband der Frauen ist in der Hauptsache aus kleinen böhmischen Glasperlen und Opossumzähnen zusammengesetzt und hat an herunterhängenden kurzen Schnüren vielerlei kleine Zierstücke. Je nach dem Reichtum des Mannes wachsen auch diese Frauenhalsbänder von der einfachen Perlenschnur bis zu 6 cm breiten Bändern mit einem Mittel- stück aus Opossumzähnen, welch letzteres hauptsächlich dem Schmuck Wert verleiht und zwar deshalb, weil jedes Opossum nur zwei der hierzu verwendbaren Zähne besitzt, mithin zur Herstellung eines solchen Stückes oft 50 dieser Tiere erforderlich sind. Ein besonders schönes Band, welches die mit so reichen Narbenmustern gezierte Lieblingsfran King Dick's trug und die es von ihrem Hals lösend mir schenkte, besteht aus einem gewissermaßen das Schloß bildenden 6 em hohen und 4 em breiten Mittelstück von über 100 Opossumzähnen. An diese schließen sich nach beiden Seilen je 12 Perlenschnüre an, welche durch je zwei senkrecht stehende feine Schildkrotstäbchen geführt sind, wodurch sie in der Bandform gehalten werden. Vorn an dem Schloß hängen zwölf und hinten an den beiden Bindeschnüren vier und acht 6—10 cw lange einfache Perlenschnüre, an welchen je eine kleine Muschel, ein Stück geschnittenes Perlmutter (die Halbmondform ist sehr beliebt), ein alter Knopf, eine ausgehöhlte halbe Bohne mit daraus hervorstehendem Schweinezahn, ein Stückchen spiralförmig gedrehter Rinde, eine größere Perle u. a. m. befestigt ist. Einzelne Schnüre sind mit solchem Zierat noch nicht versehen, und ich vermute, daß diese noch auf die Geschenke warten, welche der Gatte gelegentlich zu geben hat. Bei einem zweiten, mir von einer andern Frau Dick's geschenkten Halsband, schließt sich an das Mittelstück statt der zwölf Schnüre ein aus Perlen gewebtes breites Band mit zierlichen Mustern an, auch sind die nach unten hängenden einzelnen Schnüre nicht direkt am Schloß befestigt, sondern es hängt an diesem zunächst ein 10 em langes und 3 em breites Perlenband, dessen Verlängerung die einzelnen Schnüre erst
') B. von Werner: „Ein deutsches Kriegsschiff in der Südsee", S. 41S.