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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel. Bearb. von W. Kreyenberg
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b) Aus den Berichten der Reisenden und Forscher.

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höchst intelligenten Eindruck. Das kluge Gesicht war von einem Knebel­bart geschmückt, seine sehnigen Arme und die Muskeln, die aus dem leichten Zeugschurz bei jeder Bewegung hervortraten, zeugten von der nervigen Kraft, die dieses Handwerk erfordert. Unvorteilhaft nahm sich dagegen das stupide Gesicht seines Gehülfen aus, der mechanisch den Blasebalg bewegte. Der Meister gab mir sofort über sein Handwerk in freundlicher Weise Auskunft und ließ sich gern bei seiner Arbeit von mir photographieren.

Fast alle Schmieden bestehen, wie wir schon gesehen haben, nur aus einem kleinen Schattendach, unter welchem die primitiven Geräte aufgestellt sind. Die meisten sind jedoch nicht so reich ausgestattet, wie die beschriebene Schmiede in Io. Der Ambos besteht häufig nur aus einem großen Stein; der Blasebalg ist aus einigen Ziegen- oder Schaffellen mühsam zusammengeflickt, während allerdings europäische Hämmer und Zangen fast in allen Schmieden des ganzen Ewhe-Gebietes und darüber hinaus Eingang gefunden. Aber auch mit dem primitiven Handwerks­zeug verstehen es die Leute, Messer, Schwerter, Ackergerätschaften, häufig auch Schmucksachen aus eingeführten Metallen, Messing oder Silber zu verfertigen. Auch zeugen die großen, durchbrochenen Fetischschwerter von der hohen Geschicklichkeit dieser schwarzen Schmiede.

Eine Otifahrt*)

Freitag, den 24. November 1899 6 Ubr 15 Minuten vormittags setzt sich die Fähre in Bewegung. Der Oti^ist 200 m breit und ohne Inseln, so daß wir auf schöner glatter Wasserfläche fahren. Kurz nach 8 Uhr kommen die Ufer enger zusammen, schroff steigen sie aus dem Wasser empor, und der Oti wird auf 80 m zusammengedrängt. Eine kleine Biegung, und wir fahren von unseren Sitzen auf; vor uns tummeln sich über 20 mächtige Flußpferde im Wasser, außerdem viele Alligatoren Ein Halten war nicht mehr möglich. Also durch! Schnell noch einige Befehle. Wir fahren dicht am rechten Ufer entlang. Im linken Kanu sitzen die beiden Soldaten mit ihren Karabinern; die Träger bedienen die Ruder. Die Hauptsache ist, daß kein Flußpferd unter die Fähre kommt und diese emporschleudert; dann sind wir verloren! Immer näher kommen wir. Ein mächtiges Tier ist gerade in der Fahrrinne. Langssam lege ich mein Gewehr an die Backe, von dem Schusse hängt alles ab. In solchen Momenten zittert die Hand nie, das Gewehr liegt wie in einem Schraubstock, der Schuß knallt, kerzengerade steigt das mächtige Tier, noch 14 m entfernt, in die Höhe, gerade recht, um einen zweiten Schuß in die Brust zu geben. Darauf versinkt es. Jetzt gilt es so schnell wie möglich weiter, die Ruder krachen förmlich. Es war höchste

9 Vergl. Preil, Deutsche Kolonialzeitung 1900 , S. 550 .

2) din Nebenfluß des Bolta.