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Deutschlands Kolonien : Koloniales Lesebuch für Schule und Haus ; Beschreibung der deutschen Schutzgebiete nebst einer Auswahl aus der kolonialen Literatur / von A. Seidel. Bearb. von W. Kreyenberg
Entstehung
Seite
151
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b) Aus den Berichten der Reisenden und Forscher. 151

d) Aus den Berichten der Reisenden und Forscher.

Durch das Agome-Gebirge U

Die Straße nach Kpando führt nordwestlich über das Agome-Gebirge in das Thal des Volta. Der Weg, der von der Station angelegt ist, führt in Windungen in der großen Schlucht des Ähä bis auf den Franyois-Paß. Zu beiden Seiten des Weges ziehen sich die 700 bis 800 m hohen Bergzüge entlang, und ziemlich steil fällt die tiefe Schlucht ab, die hier der Ähä bildet. Ein dichter Laubwald bedeckt die Höhen und in großen Kehren führt der ziemlich breit angelegte Weg trotz der Steigung verhältnismäßig bequem auf den Paß. Eine lange Holzrinne leitet das Ouellwasser bergab. Vor dem Wanderer thürmen sich die steilen Höhen auf, hinter ihm entfaltet sich ein herrliches Landschaftsbild. Von den einzelnen Absätzen, die den Weg unterbrechen, hat er Gelegenheit, einen Rückblick ins Thal zu werfen und von den Bergen von Agonie Abschied zu nehmen. In einer Höhe von fast 600 m liegt die große Schlucht des Ähä vor ihm, die nach Süden hin den Gebirgsstock teilt; zu seinen Füßen blinken ab und zu die winzigen Häuser der Station und weithin ziehen sich die Bergketten, bis sie allmählich in das weite Thal übergehen. In zauberhafter Ferne erglänzt der Ägu und belebt mit seinen hohen Gipfeln die weite Ebene, welche den Horizont abschließt. Plötzlich öffnen sich die Berge nach Norden und wir befinden uns auf dem kleinen Plateau des Passes. Än den nördlichen Abhängen liegen noch kleine Hütten, in denen die Handwerker der Station wohnen. Wir berühren hier die nördliche und südliche Wasserscheide und verlassen somit die Thäler des Ähä; vor uns nehmen die Quellen des Tii oder Kolli ihren Lauf zur Ebene und durchschneiden in tiefen Schluchten die Ge­birgsketten in fast nördlicher Richtung.

Von Tongbe nach Käme?)

Wir nahmen von Tongbe aus noch den alten Weg, der quer über das Gebirge nach Käme und Leglebi und dann in der Ebene nach Kpando führt. Von Tongbe geht es auf einem schmalen ausgetretenen Pfade durch viele Mais- und Reisfarmen, die häufig von großen, schönen Bananen beschattet werden, bis man den Kolli erreicht, der hier in tiefer Schlucht die sanft ansteigende Hochebene durchschneidet und jenseits der­selben in schroffen steilen Abhängen das felsige Gebirge zerklüftet. Erst jetzt beginnt der beschwerlichste Pfad, der bald in das tiefe Thal des Kolli, bald auf die steilen Höhen zu dem etwa 400 m hohen Kamegebirge führt, welches dem Wanderer einen wildromantischen Änblick gewährt. Ein schöner Urwald beschattet unsern Weg; überall findet man eine Art wild-

') H. Klose:Togo unter deutscher Flagge", S. 192.

") H. Klose:Togo unter deutscher Flagge", S. 194.