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Togo.
welche zur Aufnahme und Gäbrung der Oelpalmenfrüchte dienen. Die Dörfer besitzen gemeinsam sogenannte Reiben, auf denen die Frauen Korn, Maiskörner, Pfeffer, sowie andere Früchte zerreiben. Diese Reiben bestehen aus einem viereckigen Lehmblock von ungefähr 1 m Höhe, der oben mit einem großen Stein versehen ist, auf welchem die Früchte mittels kleiner Steine zerrieben werden.
Gottesurteiles
Einer der gefürchtetsten Fetische ist in Auecho an der Küste der schon vorher erwähnte Fetisch Nanyo, der treulose Frauen durch den Priester mit dem Giftbecher bestraft. Derselbe wird, namentlich bei Mördern, wenn die Gerichte die Schuld oder Unschuld des Betreffenden nicht zu entscheiden vermögen, angerufen, um gewissermaßen ein Gottesurteil zu fällen. Der Priester des Nanyo fragt den Angeschuldigten, ob er den Mord begangen habe oder nicht; gesteht dreier die That nicht ein oder verweigert er die Aussage, so wird er dazu durch den Trank des Fetisch gezwungen. Bei dieser feierlichen Zeremonie werden dem Angeschuldigten die Haare sowie die Nägel an den Fingern und Füßen beschnitten. Der Fetischpriestcr holt alsdann einen Fetisch aus seiner Hütte und vergräbt ihn, sowie die Haare und Nägel, vor der Fetischhütte. Er beschwört darauf nochmals den Angeschuldigten, die Wahrheit zu gestehen, widrigenfalls er von dem großen Fetisch getötet werden würde. Der Priester ruft den Fetisch herbei und bittet um seine Unterstützung. Darauf wird dem Angeklagten eine Kalabasse mit dem Fetischtrunk gereicht, welche dieser leeren muß. Stirbt er von dem Gift, welches der Priester bereitet hat, innerhalb acht Tagen, so hat Nanyo durch den Tod die Schuld des Angeklagten gesühnt. Ein Totenfest wird nicht gefeiert, weil der Geist des Toten zur Sühne noch umherirrt. Die Leiche wird auf einem Gestell von vier Pfählen in den Busch oder an einen abgelegenen Ort getragen und den wilden Tieren und Geiern preisgegeben. So sieht man in den sumpfigen Gegenden bei Degbenu öfter die gebleichten Totengerippe solcher Opfer. Ferner wird häufig freiwillig von zwei Leuten oder Parteien, die sich streiten und den Beweis der Wahrheit antreten wollen, der Giftbecher getrunken. Auch auf andere Weise kann die Schuld von Dieben oder kleineren Missethätern durch den Fetisch bewiesen werden Der Priester stellt eine Schüssel mit siedendem Oel auf, in diese wird ein Ring geworfen und der Verdächtige gezwungen, den Ring aus der Schüssel herauszunehmen. Bevor er jedoch dieses Experiment ausführt, taucht er die Hände in eine andere Schüssel, die eine Abkochung von verschiedenen Pflanzengiften enthalten soll. Wahrscheinlich schützen diese vor der Verbrühung; doch glauben die Leute fest daran, daß der Schuldige
H. Klose: „Togo unter deutscher Flagge", S, 269ff.