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Deutsch-Südwestafrika.
Ist man in der Kalahari auf Jagd und glaubt sich ganz allein in der 13 c
endlosen Wüste, dann taucht plötzlich hier und da ein Kopf auf. Stunden- °m
und tagelang folgen sie dem Jäger; wie aus dem Boden gewachsen stehen j N3( sie vor ihm. Sowie der Schuß gefallen, huschen sie von allen Seiten N3:
herbei, nehmen das verendete Wild aus und tragen es nach dem Lager. .73
Erst aber müssen sie sich durch lange Beobachtung überzeugt haben, daß Hoi
man in freundlicher Absicht zu ihnen kommt. Schnell und sicher senden N3«
sie den todbringenden Pfeil vom Bogen. Die Pfeile bestehen aus dünnem M3
Rohr mit einer abnehmbaren langen Spitze aus Knochen, an der eine 3M
dickklebrige Masse sitzt, das Gift. Damit sie sich nicht selber verletzen, haben sie die Spitze so dünn gemacht, daß sie den Pseilschaft für sie als slr
Futteral benutzen. Da steckt sie sicher. Die Jäger können sich an ihr rch
nicht verletzen, das Gift bleibt unversehrt. Erst in dem Augenblick, da sie 3lf
das Wild erspähen, reißen sie blitzschnell einen Pfeil aus dem sackartigen N3j Lederköcher, ziehen die Spitze heraus und stecken sie darauf.
Das getroffene Tier läuft oft noch große Strecken weit fort. Durch chr
das Gift schwillt aber die verwundete Stelle so sehr an, daß die Tiere 3N
sich schließlich nur noch langsam bewegen können. Dann werden sie 37 s
eingeholt, im Umsehen getötet und zerlegt. Das Fleisch, das bereits vom mv
Gifte durchdrungen ist, wird sorgsam herausgeschnitten und fortgeworfen. .m
Die Sprache der Buschleute ist keiner anderen vergleichbar. Das zischt und lispelt und schnalzt; sie läßt sich nicht beschreiben. !
Mein Mann war gut Freund mit ihnen, als er auf den einsamen N3i
Grenzstationen Otjituo und Okatjeru saß. Oft sah er ihren Tänzen zu uz
bei Neumond um hochaufprasselnde, gewaltige Feuer. Dann schmückten not
sie sich mit den Gehörnen des Steinbocks oder banden sich den großen, ,N3
krummen Schnabel des Pfeffervogels vor die Stirn. Und wie die 376
Teufel, die einen satanischen Höllentanz aufführten, so sprangen und 6m
hüpften die wunderlichen Kerle in ihren grotesken Bewegungen ums sm
Feuer.
Zwei Fabeln der Hottentotten. *)
Der Schakal entrinnt.
Der Schakal wohnte allein. Da geschah es, daß zwei Löwen in ni
das Haus des Schakals gingen, ihm aufzupassen, wenn er abends söi
von der Jagd zu seinem Hause zurückkehre. Allein der Schakal der- -73
weilte sehr lange, bis er mit seinem Fleische heim kam. Bei seiner r37i
Annäherung überfiel den Schakal eine Ahnung, ein Schauer, und 6m
er dachte: da ist irgend etwas nicht ganz sauber in meinem Hause. .3st
Als er noch ziemlich fern war, aber langsam auf die Vorderseite seines Z3r
Hauses zuschritt, rief er: „Mein Haus, mein Haus!" Aber niemand 6m
antwortete. So rief er abermals: „Mein Haus, mein Haus!" Doch chal
2) A. Seidel: „Geschichte und Lieder der Afrikaner", S. 133.